Corona-Kunst

Acrylic on paper, 2020

 
Corona Covid-19 Virus Pandemie Kunst Kultur Survival

 

Covid-19 hat uns fest im Griff. Obwohl die Einschränkungen in den Lebensabläufen sich sehr gelockert haben, sind die meisten Leute recht vorsichtig, und ich bin froh. Jeden Tag trifft man so viele Entscheidungen nach dem Muster „Gehe ich da hin?“ oder „Muss ich den unbedingt treffen?“ So geht uns die Situation, mit Gesundheitsrisiken leben zu müssen, eigentlich den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Täglich lernen wir, wie wenig wir wissen und wie viel von unserem Wissen nur ein Narrativ in seiner aktuellen Version ist.

Covid-19 has got a tight grip on us. Though restriction have relaxed a lot most people are rather careful, I am happy to say. But each day there are a lot of situations where we decide: Do I got there? Do I have to meet those people? So, the situation of having to cope with a latent risk of to our health rarely escapes our minds and we learn every day how little we know and how much of our knowledge is a narrative in a more or less updated version.

Acrylic on paper, 2020

Work in progress, detail

Die Kultur spiegelt eine Menge davon wider und es ist lohnenswert in den Sozialen Medien zu schauen, wie das zu Tage tritt. Nicht die Hassreden und mehr oder weniger unterhaltsamen Verschwörungstheorien sind gemeint. Selbst die einfachen Post „Ich war da und da“ und „Schau mal dies hier“ sagen eine Menge über die Wahrnehmung von Menschen.

In der großen wie er kleinen Kunst hinterlässt die Situation auch Spuren, und in vielen zeigt sich auch die Not der Kunstszene: Aufträge, Verkäufe, Kursangebote sind eingebrochen und die Lebensbasis vieler Kreativer ist weggebrochen.

Culture reflects a lot of this and it is worth watching how this is mirrored in the social media. Not in hate speech and all kinds of more or less entertaining conspiracy theories. But even seemingly personal notes (sort of “Look at this” and “I’ve been there”) reflect a lot about perception of people.

The situation has also left its mark on large and small art, and a lot of it showed the plight of the art scene: orders, sales and courses had collapsed and the livelihood of many creative people has collapsed.

Acrylic on paper, 2020

Work in progress, detail

Es gibt positive Dinge: In London hat eine Aktion ArtistSupportPledge (instagram: #artistsupportplegde) viele Menschen miteinander verbunden und ein unglaublich nachhaltiges Signal der gegenseitigen Wahrnehmung und Unterstützung gegeben. In Siegen hat die Künstlergruppe ASK eine Aktion gestartet, Masken mit künstlerisch gestalteten Motiven zu verkaufen und mit dem Erlös künstlerische Projekte zu fördern. Ebenfalls in Siegen hat eine Galeristin ihre Räume und Schaufenster für eine spezielle Benefizausstellung zur Verfügung gestellt, in der es um das Thema Corona geht und die Frage, wie die Künstlerinnen und Künstler auf die Situation reagiert haben. Die Eröffnung liegt nicht vor uns, aber die Neugierde ist groß. Welche Alternativen bieten die Muster der Verhaltensforschung? Kämpfen? Fliehen? Tot stellen? Weitere Projekte kommen in Bewegung, die sicher nicht den direkten Kontakt zur Kunst ersetzen, aber über die Medien Film und Internet Wege anbieten, die Chance eröffnen, Neues zu entdecken.

But there are positive things, too: In London there is the ArtistSupportPledge campaign. I do love it! Look for Instagram #artistsupportplegde and browse through all those red squares. Behind it you will find loads of lovely work worth your attention and desire. The project has connected many people and has given an incredibly sustainable signal of mutual awareness and support. In Siegen, the artist group ASK has started a campaign to sell masks with artistically designed motifs and the profit goes completely into the support of artistic projects. Also in Siegen, a gallery owner has made her rooms and shop windows available for a special benefit exhibition, which deals with the subject of corona and the question of how artists reacted to the situation. The opening is not ahead of us, but curiosity is high. What alternatives do the patterns of behavioral research offer? Fight? Flight? Play dead? Other projects are on the move, which certainly do not replace direct contact with art, but which offer ways through the media of film and the Internet, which open up the opportunity to discover new things.

Mask with artists’ design

Masks, detail

Ingo Schultze-Schnabl (design no.1)

In meinen beiden letzten Posts hier habe ich schon einige Arbeiten aus der aktuellen Zeit gezeigt und kommentiert. Einiges davon wird dann auch in der genannten Ausstellung zu sehen sein. Der Prozess des Zerlegens, Reagierens, Entwickelns, Zusammenbauens geht weiter und hinterlässt sichtbare Spuren.

In my last two posts on this blog I have already shown and commented on some fresh works from the studio. Some of it will be shown right in this exhibition. The process of disassembling, reacting, developing, assembling continues and leaves visible traces.

Detail, acrylic on paper

Splendid Isolation

Acryl auf Leinwand, 100 x 228 cm

„Splendid Isolation“ wurde im späten 19. Jahrhundert zum Begriff für die britische Politik. Schwer, dabei nicht an den Brexit zu denken, aber darum geht es heute nicht.

Dies fällt mir in Zeiten ein, in denen aufgrund der Covid-19-Epidemie physischer sozialer Kontakt vermieden wird. Wenn möglich, bleiben alle zu Hause und der Ort für den Künstler ist das Studio. Ich bin dankbar und muss es auch sein, dass ich gesund geblieben bin und “mein Ding” machen kann, ohne allzu viele beeinträchtigungen durch die bisherigen Umstande. So wurden die letzten Wochen mit weniger Ablenkung als gewöhnlich recht produktiv.

„Splendid Isolation“ became the term for British politics in the late 19th century. Hard not to think of Brexit here but this is not my line today.

This comes to my mind in times of avoiding physical social contact because of the Covid-19 epidemic. So everybody stays at home if possible and the place to go for the artist is the studio.  I am (and must be) thankful to have stayed healthy so far and be able to make my plans without too much trouble. So, the last weeks became quite productive with less distraction than usual.

 

Acryl auf Leinwand, 100 x 228 cm

 

Acryl auf Holz, 40 x 50 x 5 cm

 

Ich hatte seit Jahren noch einige Leinwände übrig. Irgendwie hatte ich zu verschiedenen Formaten und Proportionen gewechselt und jetzt waren sie nützlich, um Dinge, die ich zuvor studiert hatte, in kleineren Proportionen und auf Papier auszuprobieren. Die kleine Version, die auf Holzkisten gemalt ist, spricht ebenfalls. Hier hatte ich eine weitere Einladung, um meine Arbeit herumzulaufen und zu sehen, wie die Wahrnehmung diese Situation jetzt bewältigte.

I had some canvasses left over for years now. Somehow, I had shifted to different formats and proportions and now they came in handy to try out things I had studied before in smaller proportions and on paper. The small version painted on wooden cases word out as well. So here I had another invitation to walk around my work to see how perception managed this situation now.

 

Acryl auf Leinwand, 90 x 128 x 5 cm



Unterschiedliche Größen, unterschiedliche Farben, unterschiedliche Spuren.

Different sizes, different colours, different traces.

 

Collage 70 x 50 cm

Acryl auf Holz, 40 x 150 cm



Das Umschalten zwischen Farbe und Linie als künstlerisches Mittel hilft, in Bewegung zu bleiben. Ein Perspektivwechsel und zwischen verschiedenen Strukturen im Arbeitsprozess ist wichtig.

Switching between colour and line as artistic means helps to keep moving. Changing perspective and between different structures in the process of work is important.

 

Acryl, Tusche, Holz, 20 x 155 cm

Letzter Punkt hier: Ich komme immer wieder auf die winzigen Teile zurück, die über Türen oder andere unerwartete Orte in unserer Umgebung gestellt werden können.

Final item here: I always come back to those rather tiny pieces which can be put over doors or other unexpected places in our surroundings.

Acryl auf Leinwand, 100 x 90 cm

Experimenting

In den letzten Wochen gingen meine Gedanken weiter in die Richtung Pinselstriche zu testen. Es klingt wie eine ziemlich dumme Frage, aber es hat mich halt irgendwie beschäftigt.

Maler arbeiten jeden Tag und die meisten von ihnen sehen ihre Hauptaufgabe darin, ihre Leinwand oder den Untergrund, auf dem sie arbeiten, mit Farbe zu bedecken. Pinselstrich durch Pinselstrich. Auf diese Weise entsteht die Vorstellung, dass Objekte oder Szenen gemalt werden. Wir reden also mehr oder weniger über Dinge.

During the last weeks my thoughts went further in the direction of testing brushstrokes. It sounds like a kind of silly question but somehow it kept my mind busy. Painters work every day and most of them see their primary task in covering their canvas or whatever support they use with paint. Brushstroke by brushstroke. This way they generate the idea of objects or scenes being painted. So, we are talking more or less about things.

 

Eine andere Gruppe von Künstlern verwendet Pinselstriche, um persönliche Informationen zu übermitteln. Sie hinterlassen Spuren, die zeigen, welche Art von Person sie sind oder wie sie sich fühlen. Der abstrakte Expressionismus und alle seine Anhänger liefern unzählige Proben davon. Hier erhalten wir Informationen über Personen.

Aber – gibt es einen eigenen Platz für einen Pinselstrich an sich? Nicht als Diener für etwas? Schön zu sein durch … ja, wodurch eigentlich?

Another group of artists uses brushstrokes to convey personal information. They are leaving traces which show what kind of person they are or how they feel. Abstract Expressionism and all of its followers deliver countless numbers of samples. Here we get information about individuals.

But – is there a space for a brushstroke in its own right? Not serving anything particular? Of being beautiful for … yes, for what really?

 

 

 

Ich musste mehr herausfinden und mich auf diese Frage noch einmal einlassen. Also habe ich einige Bögen Papier vorbereitet, wie ich es normalerweise im letzten Jahr getan habe. Es hilft, den Raum zu definieren, an dem ich agiere, und technisch gesehen läuft der Pinsel auf dieser Oberfläche glatter als auf der reinen auf der Oberfläche des Papiers. Außerdem neigt es weniger dazu sich zu verziehen, wenn die Farbe trocknet. Dies ist schon seit einiger Zeit ein Ärgernis für mich bei der Arbeit auf Papier.

I had to find out more and have another go at this question. So, I prepared some papers like I have usually done over the last year. It helps to define the space I am working at and technically on this surface the brush runs smoother on the surface of the paper. Besides it tends to warp less when the colour dries. This has been a nuisance for some time when working on paper.

 

 

Arbeiten mit Pinsel oder Palettenmesser: Intuitiv hinterlassene Spuren erzeugen Effekte, die einen genaueren Blick wert sind. Es ist schnell etwas dekorativ, wenn bunte Farben so verschmelzen. Aber selbst kurze schwarze oder graue Striche können Schönheit entwickeln. “Tun“ sie etwas? Entwickeln sie ein Eigenleben oder sind sie nur Schmutz auf einer sauberen Oberfläche?

Working with brush or palette knife: Traces left by intuition produce effects which are worth a closer look. It it just catchy when bright colours blend in such a way. Even short marks of black or grey can develop some beauty. Do they “do” something, develop a life of their own or are they just dirt on a clean surface?

 

 

Die Zusammenstellung in einer Wand aus vergleichbaren Gemälden lädt dazu ein, genauer hinzuschauen und einen Vergleich zu ermöglichen.

Setting up a wall of comparable paintings invites to take a closer looks an enables comparison.





Einige Farbsets neigen dazu, Raumvorstellungen zu entwickeln. Aber die Spuren von Pinselstrichen bringen das Hellblau zurück in eine Ebene. Details unterstützen sich gegenseitig in ihren Effekten. Aspekte der traditionellen Komposition haben ihren Einfluss, aber bei vielen zeitgenössischen Werken werden Sie feststellen, dass sie Muster als eine Art unendliche Komposition verwenden.
Some colour sets tend to develop ideas of space. But the traces of brushstrokes bring the light blue back into a plane. Details support each other in their effects. Aspects pf traditional composition have their influence but with lots of contemporary works you will find they use patterns as a kind o infinite composition.



 

Verschiedene Tests auf der linken Seite, rechts treffen sich drei Generationen von Bildern in der Atelierecke. 😉

Ich denke, es lohnt sich, den Weg weiter zu verfolgen

Various tests on the left, three generations of works meet in the studio corner.

I guess it is worth following this trail.



 

 

Foyer im Haus der Ev. Kirche, Bonn

Sinn machen – Making Sense

Sinn machen

„Das macht Sinn“ ist eine der Alltagsformulierungen, die wir benutzen, wenn wir etwas für logisch, vernünftig oder offensichtlich richtig halten.

Interessant, wie wir Dinge für offensichtlich halten und denken, wir müssten nur die Augen öffnen und uns die Wirklichkeit anschauen.

Eine Anzahl meiner Arbeiten haben einen guten Ort gefunden, um gezeigt zu werden, ein Ort um die Frage nach offensichtlichen Wahrheiten zu diskutieren, nach der Wahrnehmung, nach Glaubens und die Frage, wie unser Leben Sinn machen könnte: das Haus der Evangelischen Kirche in Bonn an der schönen Rheinpromenade.

Wie viele Bröckchen an Information benötigen wir, um den Kopf auf die Reise zu schicken auf der Suche nach Interpretationen für das, was wir sehen? Um Bedeutung in Strukturen zu finden?

Wie einfach oder komplex ist die Information, die wir benötigen, und wie groß darf die Anstrengung sein, die wir uns zumuten, um Bedeutung aus dem zu eschließen, was wir erkennen?

Wie anfällig ist unsere Wahrnehmung für Falschinformationen? Und wie weit sind wir bereit, die Tatsache zu akzeptieren, dass Wahrheit von uns selbst gemacht wird, wenn wir willens und in der Lage sind, Dinge wahrzunehmen?

 

Making Sense

„This makes sense“ has become one of our everyday expressions when we take something for reasonable, sensible or obviously correct.

Funny how we take things for obvious and think we just have to open our eyes and take a look at reality.

A number of my works have found good place to be shown, a place to discuss the questions of obvious truths, perception, beliefs and how our lives might make sense: The House of the Protestant Church in Bonn, Germany, near the wonderful Rhine promenade.

How many bits of information do we need to send our mind on its way to interpret what we see, to find meaning in structures?

How simple or complex is the information we need and how great is the effort we are willing to take to produce meaning out of what we get to know?

How vulnerable is our perception to misleading pieces of information? In how are we willing to accept the fact that “truth” is make by the mind willing and able to perceive.

 

Wolfgang Metzger: Blaue Tafeln – Blue Panels

Time Flies

#392 Timeflies, Object

Wolfgang Metzger ist ein Name, der sich vielleicht mit einer Art meiner künstlerischen Arbeiiten am deutlichsten verbindet. Gruppen von blauen Bildflächen gehören seit Jahren zu meinen Favoriten. Teile von Rechtecken werden weggeschnitten. Im richtigen Abstand setzen sich die fehlenden Teile zu einem weiteren Satz von Rechtecke zusammen, die im Raum zu schweben scheinen.

The name of Wolfgang Metzger ist perheps the on which is most strongly related to this group of my works. Sets of blue panels have been some of my favourites for years. Parts of rectangles are cut away. Set at the right distance the missing parts combine to another set of rectangles which seem to float in space.

 

#348 Ins Blaue hinein Into the Blue, Object

 

#353 untitled, Siebdruck /Screen Print

 

 

Warum sie so faszinierend sind

1. Blau ist eine wundervolle Farbe und viele Leute mögen es einfach.

2. Da ist die Magie, dass das Auge einerseits die blauen Formen, aus denen das Kunstwerk äußerlich besteht, in den Mittelpunkt rücken kann. Oft werden sie mit leichtem Abstand zur Wand präsentiert, wodurch sie als eine Art Tafel mit fehlenden Teilen präsent sind.

Dann können wir andererseits unseren Fokus verschieben und diejenigen Formen sehen, die durch die weggeschnittenen Teile beschrieben werden. Wir erleben, dass Auge und Verstand die Lücken schließen und uns (meistens) vollständige Rechtecke zeigen.

Also „sehen“ wir wirklich, wie unser Verstand funktioniert und wie wir zwischen Vordergrund und Hintergrund wechseln, um zu verstehen, wie sich unser „Verständnis“ entwickelt.

3. Blau evoziert Atmosphäre und Bedeutung: Wir stellen uns blauen Himmel vor, wir fühlen eine Art Freiheit, wie Raum und offenen Himmel. Kein Wunder, dass mittelalterliche Künstler diese Farbe verwendeten, wenn sie eine metaphysische Bedeutungsebene beschreiben wollten. Aus offensichtlichen Gründen war Marias Mantel immer tiefblau.

Why they are so fascinating

1. Blue is a wonderful colour and a lot of people simply like it.

2. There is the magic that the eye can on one side set focus on the blue forms which indeed make up the artwork.
Often they are presented with a slight distance to the wall which makes them more present as a sort of panel with missing parts.

Then we can shift focus and on the other side see the forms that are described by the cut away parts. We experience that eye and mind bridge the gaps and show us (mostly) complete rectangles.
So we really “see” how our mind works and how we switch between foreground and background to understand how “understanding” develops.

3. Blue evokes atmosphere and meaning: We image blue sky, we feel a kind of freedom, like space and open sky. No wonder mediaeval artist used this colour to describe a metaphysical level of meaning, so for obvious reasons Mary’s coat was always of a deep blue.

Mein persönlicher Fokus liegt mehr auf der Wahrnehmung: Eine meiner prägendsten Erfahrungen war die Lektüre von Wolfgang Metzger, einem der wichtigsten Vertreter der Gestalttheorie in der Psychologie. Seine Analysen in seinem Hauptwerk “Gesetze des Sehens”, 1936, haben mir buchstäblich die Augen geöffnet, um eine Menge Dinge über die wesentlichen Strukturen zu verstehen, wie wir die Welt sehen und verstehen, wie wir diejenigen Informationen organisieren, die das Auge und das Gehirn erhalten. In zehn einfachen Regeln beschreibt er, wie wir Strukturen erkennen und warum wir dazu neigen, Formen als Quadrate oder Rechtecke zu interpretieren. Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, schauen Sie hier.

My personal focus is more on perception. One of my most shaping experiences was reading Wolfgang Metzger, one of the main representatives of Gestalt theory in psychology. His analyses in his works “Laws of Seeing”, 1936, literally opened my eyes for understanding a lot of things about the main structures of how we see and understand the world, how we organize the information the eye and the brain get. In ten simple rules he describes how we recognize structures and why we tend to interpret forms a squares or rectangles. If you like to know more about this topic look here.

 

Installation Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen

#346 Kontrapunkt / Counterpart, Installation, Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen, 240 x 500 cm, 2005

Hier finden wir also die Erklärungen, warum wir meine weggeschnittenen Elemente als vollständige Objekte und das blaue Panel als Hintergrund interpretieren. Und warum wir ihre Anordnung tendenziell als perspektivische Beschreibung von Objekten im Raum sehen.

Als ich diesen Ansatz von mehrteiliger Malerei und der Verwendung von Rechtecken entdeckte, wie sie hier zu sehen sind, stellten sie ein perfektes Wahrnehmungserlebnis dar. Sie verwendeten einfache und grundlegende Strukturen, die gleichzeitig einige grundlegende Einsichten auf den Punkt brachten.

Ich habe das Prinzip in verschiedenen Größen und Bedingungen getestet: Es gibt einen sehr kleinen Objektkasten von 20 x 30 cm und einen größeren von 40 x 100 cm. Im Kunstraum des Atelierhauses Friedrichstraße in Siegen wurde eine recht große Version ausgestellt, die die Besucher erlaubte, verschiedene Sichtweisen und Perspektiven zu erkunden.

Nun ist eine weitere Version unterwegs: Mit Hilfe von wunderbaren Menschen bei Fablab Siegen (siehe hier) konnte ich diese Methode in einem 3D-Druck untersuchen. Es hat mehrere Vorteile, wobei der größte darin besteht, dass die Konstruktion mit digitalen Werkzeugen erfolgt und die Präzision viel höher ist als beim Schneiden von bemalten Karton oder anderem Material von Hand.
man kann den Entwurf mithilfe von verschiedenen Materialien und in verschiedenen Größen umsetzen. Außerdem ermöglicht es das Verfahren, ein Kunstwerk zu kleinen Preis zu realisieren, so dass e für jedermann erschwinglich sein kann.  text

So here we find the explanations, why we interpret my cut away elements as complete forms and the blue panel as background. And why we tend to see their arrangement as a perspective description of objects in space.

When I discovered this approach of multipanel paintings and of using rectangles the way it can be seen here I found they provided a perfect experience in perception and using simple and basic structures displayed some basic insights as well.
I have tested it in various sizes an conditions: There is a very small box of 20 x 30 cm and a larger one of 40 x 100 cm. A rather big version has been displayed at the art space of Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen, and it invited visitors to explore different sights.

Now another version is on the way: With the help of wonderful people at Fablab Siegen (see here) I was able to explore this method in a 3d print. It has several advantages, the greatest being possible that its design is done with digital tools and the precision is much higher than with cutting painted cardboard or other material by hand. It makes for different materials and sizes and it is possible to present a piece of art at a price available for about everybody.  text

 

Sketch for “Five Blue Panels” 2019

 

 

 

Sketch for “Five Blue Panels” 2019

 

 

finished print on Prusa MX3S

preliminary test on wall

Just to get an idea what 3D printing looks like
open video behind this link, please:
Schultze-Schnabl Prusa 1

Spuren und Strukturen – Marks and Structures, on Anselm Kiefer

Anselm Kiefer, White Cube Bermondsey, London 2019

 

Der deutsche Künstler Anselm Kiefer war immer gut für große und beeindruckende Projekte in seinen Arbeiten. Mit ihrer Atmosphäre vermittelten sie dunkle und bedrückende Gefühle. Der Bezug zur nordischen Sagenwelt, zur jüngeren deutschen Geschichte und die Nähe zur Alchemie (nebenbei eine interessante Parallel zu Sigmar Polke) luden seine Arbeiten mit Mengen an Bedeutungen und Bezügen auf, was durch die Wahl und Bearbeitungsweise seiner Materialien noch verstärkt wurde.

Aktuell hat er nun auch String-Theorie in sein Netz eingebaut und der White Cube in Bermondsey, London, hat für diese Serie von aktuellen Arbeiten eine hervorragende Bühne abgegeben.

Neben diesen Dingen gab es noch etwas, was mich wieder beeindruckte: Seine Art, plastische Elemente und die Malerei einzubinden (z.B. verbranntes Holz, Äste, Bücher und Kabel) oder durch Schaben Negativformen in der Fläche zu erzeugen funktionierte absolut überzeugend. Oft begegnet dies dem Besucher in Werken, wo es nur billig und dekorativ wirkt, aber hier unterstützt es überzeugend die Wirkung, die Gänsehaut des Betrachters.

German artist Anselm Kiefer has always been one for large, impressive projects. Their atmosphere has conveyed rather dark, oppressive feelings. His relationship with nordic sagas, German history  and alchemist approaches (by the way an interesting parallel to Sigmar Polke) in addition to his use of material charged his artwork with loads and loads of references and meanings.

Now he has added string theory to it and the White Cube in Bermondsey, London, provided an impressive stage for this block  of recent works.

Besides these aspects there was another point that  impressed me once more: I found his way of integrating sculptural elements like burnt logs, branches, books and cables into his work or working with scratches as negative forms in the surface of his works remarkable and convincing. With lots of other works this strategy easily looks cheap and more like chic design. Here it gives you once more the creeps.

Anselm Kiefer, Detail: verbrannte Äste – Burnt Branches

 

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Anselm Kiefer

Anselm Kiefer, Detail

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Anselm Kiefer, White Cube Bermondsey, London 2019

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Anselm Kiefer

Anselm Kiefer, Detail

 

 

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JETZT! – Junge Malerei in Bonn / Young Painting Kunstmuseum Bonn

Kunstmuseum Bonn 2019

Ein Besuch im Kunstmuseum Bonn mit seiner Ausstellung “JETZT!” stellte sich als sehr anregend heraus. Viele frisch wirkende Arbeiten von jungen Künstlern gabe es zu sehen und die Ausstellung war ihren Titel wert.

Sollte ich etwas über Künstlerinnen sagen? Es sollte inzwischen normal sein, dass sie in etwas gleicher Zahl vertreten sind wie ihre männlichen Artgenossen. Daher habe ich das nicht besonders nachgeprüft, sondern war einfach begeistert von der großen Zahl an tollen Arbeiten. Vielleicht mal nachsehen:

Mona Ardeleanu, Israel Aten, Paula Baader, Lydia Balke, Cornelia Baltes, Jagoda Bednarsky, Viola Bittl, Peppi Bottrop, Andreas Breunig, Paul Czerlitzki, Benjamin Dittrich, Jens Einhorn, Jenny Forster, Pius Fox, Max Frintrop, Sabrina Fritsch, Ina Gerken, Fabian Ginsberg, Gregor Gleiwitz, Lukas Glinkowski, Sebastian Gögel, Henriette Grahnert, Dana Greiner, Vivian Greven, Toulu Hassani, Sabrina Haunsperg, Franziska Holstein, Aneta Kajzer, Sumi Kim, Maximilian Kirmse, Li-Wen Kuo, David Lehmann, Benedikt Leonhardt, Florian Meisenberg, Monika Michalko, Hannes Michanek, Simon Modersohn, Bastian Muhr, Anna Nero, Moritz Neuhoff, Vera Palme, Alexander Pröpster, Franziska Reinbothe, Daniel Rossi, Markus Saile, Moritz Schleime, Jana Schröder, Daniel Schubert, Kristina Schuldt, Alicia Viebrock, Stefan Vogel, Jonas Weichsel, Tristan Wilczek.

A visit to Kunstmuseum Bonn with the show “Jetzt!” (=NOW) has turned out very inspiring. Lots of fresh works made by young artists were on show and the exhibition was worth its title.

Should I mention female artists? It should be perfectly normal that they are presented in roughly equal numbers compared to male artists and so I did not really check all single names but was simply amazed by a lot of work I was happy to see. Please check out:

Mona Ardeleanu, Israel Aten, Paula Baader, Lydia Balke, Cornelia Baltes, Jagoda Bednarsky, Viola Bittl, Peppi Bottrop, Andreas Breunig, Paul Czerlitzki, Benjamin Dittrich, Jens Einhorn, Jenny Forster, Pius Fox, Max Frintrop, Sabrina Fritsch, Ina Gerken, Fabian Ginsberg, Gregor Gleiwitz, Lukas Glinkowski, Sebastian Gögel, Henriette Grahnert, Dana Greiner, Vivian Greven, Toulu Hassani, Sabrina Haunsperg, Franziska Holstein, Aneta Kajzer, Sumi Kim, Maximilian Kirmse, Li-Wen Kuo, David Lehmann, Benedikt Leonhardt, Florian Meisenberg, Monika Michalko, Hannes Michanek, Simon Modersohn, Bastian Muhr, Anna Nero, Moritz Neuhoff, Vera Palme, Alexander Pröpster, Franziska Reinbothe, Daniel Rossi, Markus Saile, Moritz Schleime, Jana Schröder, Daniel Schubert, Kristina Schuldt, Alicia Viebrock, Stefan Vogel, Jonas Weichsel, Tristan Wilczek.

Natürlich gibt es persönliche Favoriten und das hat meistens etwas damit zu tun, an welchen Themen ich gerade selbst arbeite. Wie es so kommt, haben mich die Arbeiten von Markus Saile sehr beschäftigt.

Sicher habe ich auf die Schnelle nicht alles so richtig und differenziert verstanden, aber in der unten abgebildeten Arbeit zeigte sich für mich ein Thema, das für mich aktuell immer klarer wird: Was macht der Pinselstrich?

Of course there are some personal favourites and more often than not this depends on the topics I am working on myself. As it happens I was simply struck by the work of Markus Saile.

Certainly I did not get everything right and not too deep into it (I am afraid), but in the work you find below I found the topic on which I am actually focussing on: What is a brushstroke?

Markus Saile – ohne Titel, 2019

 

Die Antwort scheint erst einmal recht offensichtlich und wenn man jemanden fragt, bekommt man vielleicht Anworten wie “irgendeine Farbe auf Leinwand vergeschmiert” oder ein humorvolles “Keine Ahnung, aber ich würde ihn wiedererkennen, wenn ich ihn sehe.”

Aber hinter der Frage steckt mehr, als man im ersten Moment meint. In der klassichen Malerei investierten die Künstler einen großen Teil ihrer Fähigkeiten in Wege zu beschreiben, was das Auge sah, hochkarätige Illusionen zu erzeugen, die vom Auge und besonders dem Denken des Betrachters Besitz ergreifen sollte. Der Pinselstrich war der bescheidene Diener, am liebsten unsichtbar. Rembrandt war eine frühe Ausnahme davon.

The answer seems pretty obvious and if you ask anybody you will probably get some answer like “some paint smeared on canvas” or some funny  “Dunnno, but I can tell one if I see it”.

But there is more to the question. In classical painting the artists invested lots of their competence in ways to describe what the eye saw, to create high quality illusion th cath the eye and especially the mind of the viewer. The brushstroke was the humble servant, best never seen. Rembrandt was pehaps an early exception to this.

Markus Saile

Markus Saile – ohne Titel, 2019

Bei Markus Sailes ausgestellten Arbeiten faszinierte mich der Aspekt, dass der Pinselstrich die eigentliche Botschaft zu sein scheint. Besonders bei der oben abgebildeten Arbeit mit der großen weiße Fläche als Umfeld bekommt er ein Eigenleben, indem er Form, Bewegung, Plastisches, Räuiumliches entstehen lässt. Man hat auch nicht den Eindruck, dass ein wirkmächtiger Künstler etwas über sein Innerstes preisgibt ode seine Befindlichkeiten inszeniert.

In the work exhibited by Markus Sailes I was fascinated by the aspect that the brushstroke seems to be the actual message. Especially in the work shown above with the large white surroundings it gets a life of its own. It is creating form, movement, volume, spatial context. One does not have the impression that a powerful artist exhibits something about his inner self or needs to share his inner state.

Markus Saile – ohne Titel, 2019

Markus Saile – ohne Titel, 2016

So fand ich es spannend, hier auf Elemente zu treffen, die mich in den vergangen Jahren in ähnlicher Weise beschäftigt haben.Vielleicht liegt etwas in der Luft 😉 in meinem letzten Blogbeitrag kann man noch etwas mehr über den aktuellen Stand erfahren.

So I found it exciting to come here and encounter elements similar to have dealt with in the past few years . Perhaps something there is something in the air 😉 Visiting my last blog entry you might find some more results on this topic.

Brush strokes

Sketches, 2017

Sketches, 2019

 

Brushstroke, ornage paint on blue background

#1033 Orange vor Blau, montiert / Orange on blue background.

Blumen – Flowers

Honeysuckle

#799, Nasturium, iPad Drawing/Digital Print

 Blumen

Sind sie nicht nett? Jeder liebt Blumen und sie haben immer eine wichtige Rolle in unserer Kultur gespielt. Griechische und römische Künstler konnten sie wunderbar malen und Künstler des Mittelalters verwendeten sie, um ihrer Arbeit komplexe und manchmal verborgene Bedeutungen hinzuzufügen.

Flowers

Aren‘t they nice? About everybody loves flowers and they have always played an important role in our culture. Greek and Roman artists knew how to paint them and artists in the Middle Ages used them to add complex and sometimes hidden meanings to their work.

#1066, Garden Scene VI, Acrylic/Paper,

Im 17. Jahrhundert erreichten die Künstler des „Goldenen Zeitalters der Malerei“ mit ihren Trompe L’Oeil-Gemälden ein Qualitätsniveau, das ihre Nachfolger zur Verzweiflung trieb: Wie kann man Fortschritte erzielen, wenn keine nennenswerte Qualität an Illusion hinzukommt? Hier war kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Wir wissen, wie die Kunstgeschichte weiterging: Fotografie, Impressionismus, Surrealismus, Kubismus und Abstraktion sind Entwicklungen, die im Licht der Erfolge, die im 17. Jahrhundert erzielt worden waren, einen Teil ihrer Logik und Bedeutung erhalten.

Auf jeden Fall haben die Menschen nicht aufgehört, Blumenbilder zu lieben. Filigrane Strukturen und wunderbare Farbnuancen sind immer wieder faszinierend. So zeigt denn auch ein kurzer Blick auf Ihre Umgebung oder auch das Internet, wie zahlreich und vielfältig uns das Motiv umgibt. Auch der Online-Kunstmarkt besteht so zu einem bemerkenswerten Teil aus Blumendarstellungen in Form von Malerei, Fotos, Zeichnungen, wie auch immer.

Auch wenn das Motiv offenbar gar nicht sehr originell ist, haben Blumen auch in der künstlerischen Avantgarde der Moderne immer wieder eine Rolle gespielt: Matisse hatte sich auf Linien, Formen und Komposition konzentriert und Picasso fügte seine Sicht auf dieses Thema hinzu. Georgia O’Keeffe sollte nicht vergessen werden. Andy Warhol und Claes Oldenburg zögerten nicht, dies für ihre künstlerischen Ziele zu nutzen.

Mich haben immer die Mechanismen interessiert, die dafür sorgen, dass wir uns ständig im Leben aus Teilinformationen „ein Bild machen“.

Die „Kapuzinerkresse“ oben ist ein schönes Bildbeispiel mit klaren Formen. Aber die Darstellung ist teils nur skizzenhaft und man kann nicht wirklich sagen, was der Hintergrund bedeutet.
Auch die iPad-Zeichnungen der weißen und der roten Blume weisen Elemente auf, die gegenständlich scheinen, aber nicht identifizierbar sind. Wir stellen fest: Unser Gehirn ist tolerant und nicht alle Informationen sind gleichwertig. Wir können offene Fragen ausblenden und uns auf die Wahrheiten konzentrieren, die uns wichtig erscheinen, wie im übrigen Leben auch.

In the 17th century, the „Golden Age of Painting“ artists reached a level of quality with their trompe l’oeuil paintings that drove their successors to despair: How to make progress when there was no notable quality of illusion to add? There was no price left to be won here.

We know how art history went on: Photography, Impressionism, Surrealism, Cubism and Abstraction are developments which get part of their logic and importance when seen in the light of the success that had been made in the 17th century.

In any case, people have not stopped loving flower pictures. Filigree structures and wonderful colour shades are always fascinating. So a quick glance at your surroundings or even the internet shows how numerously and varied the motif surrounds us. The online art market also shows a remarkable part of flower representations in the form of paintings, photos, prints, whatever.

Although the motif is apparently not very original, flowers have also played a role in the artistic avant-garde of modern art: Matisse had focused on lines, forms and composition and Picasso added his view on this subject. Georgia O’Keeffe should not be forgotten. Andy Warhol and Claes Oldenburg did not hesitate to use this topic for their artistic purposes.

I have always been interested in the mechanisms that make us constantly “figure out” the meaning of partial information in our lives.

The “nasturtium” here is a nice piece of artwork with clear shapes. But the presentation is partly sketchy and you can not really say what the background means. Also the iPad drawings of the white and the red flower have elements that seem descriptive, but not all are identifiable. We note: Our brain is tolerant and not all information is equivalent. We can hide open questions and focus on the truths that seem important to us, as we do in the rest of our lives.

Red Flowers, iPad Drawing/Digital Print

White Flowers, iPad Drawing/Digital Print

Künstlerisch interessieren mich dabei auch Fragen der Komposition, z.B. ob ein „Streifen“ visuell langweilig ist und wie die Beziehungen der Teile untereinander durch den Rhythmus der Teilungen beeinflusst werden.

Dabei haben uns die Impressionisten gelehrt, wie lockere Flecken Objekte, Licht und andere Aspekte der Wirklichkeit andeuten können. In den Acrylbildern oben undunten sehen wir verschieden Varianten zu diesem Motivbereich.

Artistically, I am also interested in questions of composition, e.g. whether a “panel” is visually boring and how the relationships between the parts are influenced by the rhythm of the divisions.

The Impressionists marvellously taught us how loose patches can suggest objects, light, and other aspects of reality. In my acrylic paintings below and abovewe see different variants to this motif group.

#758, Embankment, Acrylic/Paper

#1065, Garden Scenen V, Acrylic/Paper

van Gogh hat uns verdeutlich, dass auch ohne die klassische Umsetzung von Beleuchtung (Barock, Impressionismus) durch die Farbe an sich Licht, Wärme und Wetter vermittelt werden können. Auch der unterschiedliche Abstraktionsgrad in den Formen und ihre Anordnung war hier ein Experimentierfeld. Die Bilde spielen mit den Vorstellungen von oben und unten, von vorn und hinten. Das Bild mit den Zahlreichen Rottönen geht hier sicherlich am weitersten.

van Gogh has made it clear that even without the classic rules of lighting (as seen in Baroque, Impressionism), light, heat and weather can be conveyed by colour itself. The different degree of abstraction in the forms and their arrangement was also an experimental field of mine here. The pictures play with the concepts of above and below, of the front and the backgroud oft he painting. The picture with the many shades of red is certainly the one going furthest here.

#674, Acyrylic/Paper

 

Zu den Künstlern, deren Werke ich immer faszinieren fand, gehört der in London lebende #Slinkachu (z.B. auf Instagram zahlreich zu finden).Seine Methode, mit unserer Wahrnehmung zu spielen, hat mich zu den Fotos hier inspiriert. Die Natur bietet uns Entspannung und Erholung, eine Alternative zur oft grau betonierten Alltagswelt, aber sie setzt uns auch Grenzen und Herausforderungen. Wir sollten es genießen.

Among the artists whose works I’ve always found fascinating is the #Slinkachu based in London (for example, numerous on Instagram).

His method of playing with our perception has inspired me to the photos here. Nature offers relaxation and recreation, an alternative to the often gray concrete everyday world, but it also sets limits and challenges for us. We should enjoy it.

 

People (hommage to #Slinkachu)

People (hommage to #Slinkachu)

 

Malen – Painting

Gedanken zum Malen – Thoughts While Painting

 

 Was macht ein Maler oder eine Malerin? Er bzw. sie malt, Oder: Sie tragen Farbe auf ein Fläche auf. Das kann so für sich schon etwas sehr Schönes sein, nicht “etwas” zu malen sondern einfach zu schauen, was die Farbe tut. Sie entwickelt Form, Tone, Schattierungen und so weiter. Der Pinselstrich definiert etwas. Aber er definiert auch das, was er nicht ist, nämlich die Umgebung um ihn herum.

What does a painter do? He or she paints. Or: He applies paint to a surface. This can be quite enjoyable in itself. No painting “something” but just watching what the paint does, how it develops form, tone, tints and shades. The brushstroke is something that defines. And it defines things outside ist own existence, namely the not yet designed area around itself.

 

Brush Stroke

Pinselstriche auf einem Skizzenkarton – Sketching brushstrokes on cardboard, 2018

 

Brush strokes

Pinselstriche auf einem Skizzenkarton – Sketching brushstrokes on cardboard

 

Für mich “machte” der Pinselstrich etwas. Er war Bewegungsspur, von etwas, was stattgefunden hatte, hervorgerufen von einem menschlichen Wesen, das den Pinsel gehalten hatte, meistens jedenfalls.

Aber die Pinselspur hatte noch etwas Magisches, was ich nicht recht greifen konnte. Zum Beispiel entwickelte sich oft eine gewisse Vorstellung von Raum dabei, obwohl ich es nicht auf traditionelle Perspektivregeln zurückführen konnte.

To me moving the brush on the surface “did” something. It was the trace of a movement, something that had happened in a certain moment, done by some human holding the brush, reasonably.

But the traces somed to have some additional magic I could not quite catch. For example it often suggested some kind of space around it although I could not pin it down to traditional rules of perspective.

 

Serie Gegengewichte / Series Counterbalance

Serie Gegengewichte / Series Counterbalance

 

 

 

 

Eher zufällig stieß ich auf den Begriff Gegengewicht. Ich wurde neugierig und so fand ich mich in Experimenten wieder, die sich mit einer Art Motiv beschäftigten, was ich normalerweise eher selten mache. Meine Themen entwickeln sich aus dem Arbeitsprozess und stehen eher nicht an seinem Anfang. Aber der Weg stellte sich als produktiv heraus.

By chance I came across the term counterbalance, got curious and so found myself experimenting with a sort of topic, something I rarely do. My topics develop out of the process but usually do not make up the starting point of it. But this time it turned out to be productive.

 

Serie Gegengewichte / Series Counterbalance

 

Brushstroke

Serie Gegengewichte / Series Counterbalance

 

Da ich nicht auf einen abbildenden Arbeitsprozess hinaus wollte kam ich auf die Erfahrung zurück, dass ein einfacher Pinselstrich den visuellen Charakter von einem Ding haben konnte.

 No wanting to return to a depicting strategy I came back to my experience that a simple brushstroke could develop the visual quality of a thing on the canvas or paper.

 

Brushstroke, ornage paint on blue background

#1033 Orange vor Blau, montiert / #1033 Orange on blue Background, acrylic on Wood, 60 x 250 cm, 2018

 

 

 

 

 

 So entwickelte sich eine neue Bildserie, in der ich dem Gedanken nachging, wie man diese Ansätze zum Kern eine Gestaltung machen konnte. Nun bin ich neugierig, wohin mich die Reise führen wird.

So a new series of paintings developed where I followed this train of thought and now I a curious to see where this journey will lead me to.

 

Neue Lese II.

 

#1108 Landscape, iPad print

#1108 Landschaft / Landscape, iPad print

2019 Elementarlandschaft / Elementary Drawing, Bad Berleburg 2019

Dies hatte mit meinen großformatigen Zeichnungen zu tun, die ich kürzlich entwickelt hatte und die ich hier erstmalig zeige.

Beim Malen machte mir die Bewegung von Form und Farbe in der Fläche Freude. Die Frage, ob etwas ähnliches auch reduziert auf Linien möglich ist, beantwortete sich in den großen Zeichnungen. Sie waren groß genug, um beim Arbeiten ein Körpergefühl anzubringen, das sich in den Zeichenspuren wiederfand. Die Ergebnisse waren abstrakt genug, um nur als Linien gesehen zu werden, aber auch einladen für unser Gehirn, um zu Deutungen einzuladen.

 It had a lot to do with my recent large scale drawings which are shown for the first time in this exhibition.

When painting I had enjoyed the movement of form and colour developing on the surface. The question, if there was a similar possibility when working only with lines was answered in these drawings. They were large enough to have this correspondence between bodily experience and the marks leaving traces on the canvas. They were abstract enough to be read as lines only and still inviting for interpretation by our minds.

#1110 Landscape, Digital Drawing and Canvas, Bad Berleburg 2019

#1110 Landscape, Digital Drawing and Canvas, Bad Berleburg 2019

 

 Als ich begann, meine iPad-Zeichnungen zu entwickeln, hatte ich ähnliche Gefühle, wenn auch in einer viel kleineren Dimension. Trotzdem tanzten meine Finder auf der Glasfläche und hinterließen ihre Spuren in Farben, die ich differenziert und Fein gestuft wählen konnte.

Dies wären die Farbentscheidungen, die mir als Maler wichtig waren und es war nicht die billig wirkende Software, die versuchte dicke Ölfarbe zu imitieren, was ich immer eine visuelle  Zumutung fand. Hier sahen die Farben nach Computer aus, sauber und flach, und gaben nicht vor, etwas anderes zu sein. Das Künstliche wurde aufgewogen von dem Eindruck der Linien, von Licht und Raumtiefe, die sich durch die Komposition ergab.

Das ist ist es eigentlich, was ich tue: Ich hinterlasse Spuren auf einer Oberfläche die in unseren Köpfen arbeiten, wenn wir ein Kunstwerk betrachten

 When I began developing my iPad drawings I had experienced similar feelings, though in a much smaller dimension. Anyway my fingers were dancing on the glass surface and leaving traces of colour which I was able to chose in an adequate and subtle way.

Here I got the color decisions I liked as a painter but not the cheep looking oil paint traces other programs provided and which had made me feel awful. Here things look like computer colour, not imitating something else but clean and flat, the artificial touch balanced by the movement of lines and the light and depth developed by the composition.

Basically this is what I am doing: leaving traces on a surface which work in the mind when we are looking at artwork.

 

 

 


 iPad Zeichnung: Gitter III.

iPad Drawing Grid No 3