Wolfgang Metzger: Blaue Tafeln – Blue Panels

Time Flies

#392 Timeflies, Object

Wolfgang Metzger ist ein Name, der sich vielleicht mit einer Art meiner künstlerischen Arbeiiten am deutlichsten verbindet. Gruppen von blauen Bildflächen gehören seit Jahren zu meinen Favoriten. Teile von Rechtecken werden weggeschnitten. Im richtigen Abstand setzen sich die fehlenden Teile zu einem weiteren Satz von Rechtecke zusammen, die im Raum zu schweben scheinen.

The name of Wolfgang Metzger ist perheps the on which is most strongly related to this group of my works. Sets of blue panels have been some of my favourites for years. Parts of rectangles are cut away. Set at the right distance the missing parts combine to another set of rectangles which seem to float in space.

 

#348 Ins Blaue hinein Into the Blue, Object

 

#353 untitled, Siebdruck /Screen Print

 

 

Warum sie so faszinierend sind

1. Blau ist eine wundervolle Farbe und viele Leute mögen es einfach.

2. Da ist die Magie, dass das Auge einerseits die blauen Formen, aus denen das Kunstwerk äußerlich besteht, in den Mittelpunkt rücken kann. Oft werden sie mit leichtem Abstand zur Wand präsentiert, wodurch sie als eine Art Tafel mit fehlenden Teilen präsent sind.

Dann können wir andererseits unseren Fokus verschieben und diejenigen Formen sehen, die durch die weggeschnittenen Teile beschrieben werden. Wir erleben, dass Auge und Verstand die Lücken schließen und uns (meistens) vollständige Rechtecke zeigen.

Also „sehen“ wir wirklich, wie unser Verstand funktioniert und wie wir zwischen Vordergrund und Hintergrund wechseln, um zu verstehen, wie sich unser „Verständnis“ entwickelt.

3. Blau evoziert Atmosphäre und Bedeutung: Wir stellen uns blauen Himmel vor, wir fühlen eine Art Freiheit, wie Raum und offenen Himmel. Kein Wunder, dass mittelalterliche Künstler diese Farbe verwendeten, wenn sie eine metaphysische Bedeutungsebene beschreiben wollten. Aus offensichtlichen Gründen war Marias Mantel immer tiefblau.

Why they are so fascinating

1. Blue is a wonderful colour and a lot of people simply like it.

2. There is the magic that the eye can on one side set focus on the blue forms which indeed make up the artwork.
Often they are presented with a slight distance to the wall which makes them more present as a sort of panel with missing parts.

Then we can shift focus and on the other side see the forms that are described by the cut away parts. We experience that eye and mind bridge the gaps and show us (mostly) complete rectangles.
So we really “see” how our mind works and how we switch between foreground and background to understand how “understanding” develops.

3. Blue evokes atmosphere and meaning: We image blue sky, we feel a kind of freedom, like space and open sky. No wonder mediaeval artist used this colour to describe a metaphysical level of meaning, so for obvious reasons Mary’s coat was always of a deep blue.

Mein persönlicher Fokus liegt mehr auf der Wahrnehmung: Eine meiner prägendsten Erfahrungen war die Lektüre von Wolfgang Metzger, einem der wichtigsten Vertreter der Gestalttheorie in der Psychologie. Seine Analysen in seinem Hauptwerk “Gesetze des Sehens”, 1936, haben mir buchstäblich die Augen geöffnet, um eine Menge Dinge über die wesentlichen Strukturen zu verstehen, wie wir die Welt sehen und verstehen, wie wir diejenigen Informationen organisieren, die das Auge und das Gehirn erhalten. In zehn einfachen Regeln beschreibt er, wie wir Strukturen erkennen und warum wir dazu neigen, Formen als Quadrate oder Rechtecke zu interpretieren. Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, schauen Sie hier.

My personal focus is more on perception. One of my most shaping experiences was reading Wolfgang Metzger, one of the main representatives of Gestalt theory in psychology. His analyses in his works “Laws of Seeing”, 1936, literally opened my eyes for understanding a lot of things about the main structures of how we see and understand the world, how we organize the information the eye and the brain get. In ten simple rules he describes how we recognize structures and why we tend to interpret forms a squares or rectangles. If you like to know more about this topic look here.

 

Installation Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen

#346 Kontrapunkt / Counterpart, Installation, Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen, 240 x 500 cm, 2005

Hier finden wir also die Erklärungen, warum wir meine weggeschnittenen Elemente als vollständige Objekte und das blaue Panel als Hintergrund interpretieren. Und warum wir ihre Anordnung tendenziell als perspektivische Beschreibung von Objekten im Raum sehen.

Als ich diesen Ansatz von mehrteiliger Malerei und der Verwendung von Rechtecken entdeckte, wie sie hier zu sehen sind, stellten sie ein perfektes Wahrnehmungserlebnis dar. Sie verwendeten einfache und grundlegende Strukturen, die gleichzeitig einige grundlegende Einsichten auf den Punkt brachten.

Ich habe das Prinzip in verschiedenen Größen und Bedingungen getestet: Es gibt einen sehr kleinen Objektkasten von 20 x 30 cm und einen größeren von 40 x 100 cm. Im Kunstraum des Atelierhauses Friedrichstraße in Siegen wurde eine recht große Version ausgestellt, die die Besucher erlaubte, verschiedene Sichtweisen und Perspektiven zu erkunden.

Nun ist eine weitere Version unterwegs: Mit Hilfe von wunderbaren Menschen bei Fablab Siegen (siehe hier) konnte ich diese Methode in einem 3D-Druck untersuchen. Es hat mehrere Vorteile, wobei der größte darin besteht, dass die Konstruktion mit digitalen Werkzeugen erfolgt und die Präzision viel höher ist als beim Schneiden von bemalten Karton oder anderem Material von Hand.
man kann den Entwurf mithilfe von verschiedenen Materialien und in verschiedenen Größen umsetzen. Außerdem ermöglicht es das Verfahren, ein Kunstwerk zu kleinen Preis zu realisieren, so dass e für jedermann erschwinglich sein kann.  text

So here we find the explanations, why we interpret my cut away elements as complete forms and the blue panel as background. And why we tend to see their arrangement as a perspective description of objects in space.

When I discovered this approach of multipanel paintings and of using rectangles the way it can be seen here I found they provided a perfect experience in perception and using simple and basic structures displayed some basic insights as well.
I have tested it in various sizes an conditions: There is a very small box of 20 x 30 cm and a larger one of 40 x 100 cm. A rather big version has been displayed at the art space of Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen, and it invited visitors to explore different sights.

Now another version is on the way: With the help of wonderful people at Fablab Siegen (see here) I was able to explore this method in a 3d print. It has several advantages, the greatest being possible that its design is done with digital tools and the precision is much higher than with cutting painted cardboard or other material by hand. It makes for different materials and sizes and it is possible to present a piece of art at a price available for about everybody.  text

 

Sketch for “Five Blue Panels” 2019

 

 

 

Sketch for “Five Blue Panels” 2019

 

 

finished print on Prusa MX3S

preliminary test on wall

Just to get an idea what 3D printing looks like
open video behind this link, please:
Schultze-Schnabl Prusa 1

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