Pinselstriche_22

Frische Pinselstriche – Fresh Brush Strokes

 

Ein früheres Thema wird wieder aufgegriffen: Was macht eigentlich ein Pinselstrich?

Picking up a former topic: What’s in a brush stroke?

 

 

Eine Gruppe von 30 Arbeiten auf Karton war das Ergebnis dieses Experiments. Folgende Fragen begleiteten diese Serie:

  • Wann wird aus einem Pinselstrich eine Form, etwas definiertes?
  • Wie kann ich drei Bildflächen miteinander verbinden? Die Arbeit mit drei separaten Flächen war, wie schon früher oft, mein Ausgangspunkt.
  • Würde das den spontanen Pinselfluss zu sehr beeinträchtigen?
  • Würde meine Mischung eines Blau- und eines Brauntons zusammen mit Weiß genügend unterschiedliche Tonwerte erzeugen? Nur das würde die Bewegung auf dem Blatt ablesbar machen.

 A group of thirty works on paper was the result of this experiment. The following questions accompanied this series:

  • When does the brush stroke become a form, something defined?
  • How can I join the three defined areas on the paper? Working with three separated areas as I mostly do was a fixed starting point for this work.
  • Would this impair the effect of a free an instantaneous flow of colour?
  • Would my mixture of a blue and a brown paint together with white leave traces a various tones on the paper? Only this would mark the movement on paper.

 

 

  • Wenn der Pinselstrich zu einem „Etwas“ auf der Bildfläche geworden ist: Inwieweit würde das eine Vorstellung von Räumlichkeit mit sich bringen? Wenn man nur ein Objekt auf eine Bildfläche malt oder zeichnet, so ensteht immer auch die Vorstellung von Raum, die Vorstellung, dass man drum herum gehen könnte. Wäre das hier auch so?
  • Würde diese Vorstellung zu sehr von der Ausgangsfrage nach der Abstraktion ablenken? Wäre es dann doch mehr ein gegenständlich beschreibendes Bild?
  • Gibt es Wege, den Fokus wieder in die Gegenrichtung zu verlagern?
  • When the brush stroke becomes a „something“ on the paper, how will this produce an idea of space? If you just paint or draw one thing on the picture surface, it will always suggest, there ist some space where you could walk around this object. Does this apply here, too?
  • Will this idea distract too much from the abstract topic I was working on and become somehting more like a descriptive painting?
  • Are there ways to shift this balance back again?

 

 

  • Wie würde dieses Konzept in einem größeren Format wirken?
  • Was würde geschehen, wenn ich mehr Farbspuren in den Bereichen einbringe, die aktuell noch offen bleiben? Der „Hintergrund“?
  • What would this concept look like in a larger format?
  • What would happen if I added more colour traces in the areas now left open? The „background“?

 

 

Es war faszinierend zu sehen, was für eine Schönheit diese einfache Versuchsanordnung erreichen konnte. Die Vielfalt der Farben und Schattierungen zusammen mit den Strukturen, die die intuitive Bewegung erzeugte, war lohnenswert. Mal sehen, was sich noch daraus ergibt.

It was amazing to see what beauty this simple experimental set could produce. The variety of colours and shades together with the structures intuitive movement could produce was rewarding. So let’s see what comes next.



 

Rückblick – Review

 

Nach vielen Ereignissen und unter den besonderen Arbeitsbedingungen in der Pandemie schließt sich ein Jahr.

#1289, acrylic on canvas

Das Jahr begann kalt und sonnig. Diese Arbeit mit Blau und Weiß spiegelt das vielleicht wider. Ich arbeite hier mit reduzierten Farben und den Möglichkeiten, die sich aus dem Pinselstrich entwickeln. Klare Grenzen sind oft gute Rahmenbedingungen für die künstlerische Arbeit.

The year started out cold and sunny. This work with blue and white may reflect that. Here I work with a reduced set of colours and the possibilities that develop from the brushstroke. Clear limitations often make a good framework for artistic work.

 

#1288, acrylic on canvas

Die optische Verbindung von Innenraum und Außenraum im Interieurbild ist in der Kunstgeschichte ein häufig anzutreffendes Phänomen. Hier steht das Geflecht von Farben und Formen im Zentrum. Nicht die Trennung, sondern die Verbindung der Schichten ist das Thema.

The visual connection between the inside of a room and exterior situation is a common phenomenon in interior paintings we meet in art history. The focus here is on the interweaving of colours and shapes. The issue is not the separation, but the connection of the layers.

 

Corona Mask

#1317, corona masque, acrylic on canvas

Ein privat geführtes Athener Kunst-Museum hatte das Thema ausgeschrieben. Aus Leinwand gefertigte Masken sollen das Thema der Corona Pandemie aufgreifen. Viele der eingegangenen Lösungen sind aktuell schon auf Instagram zu sehen und zeigen die vielen kreativen Reaktionen.

A privately run Athens art museum had called for work on this subject: Masks made from canvas are intended to address the topic of the corona pandemic. Many of the solutions received can currently be seen on Instagram and show the many creative reactions.

 

#1346, acrylic on canvas

Die Balance zwischen dem Malen als Prozess und der Deutung als Abbild von etwas ist diesmal in Richtung des Abbildes entschieden: Ausgelöst von einem Rezept kam die Assoziation des „English Breakfast“ auf, eine meine besten Erinnerungen an den englischen Lebensstil.

The balance between painting as a process and the interpretation as an image of something has swung this time in the direction of depicting art: Triggered by a recipe a came across, the association of an „English Breakfast“ emerged, one of my most cherished memories of English lifestyle.

 

#1348, acrylic on canvas

Landschaft mit Wasser ist ein immer wiederkehrendes Thema mit den zahllosen Variationen von Farbe, Struktur und Bewegung. Auch mein oft verwendetes Blau trägt wieder markant zur Gesamtgestaltung bei.

Landscape with water is a recurring theme with countless variations of colour, structure and movement. My often used blue also makes a striking contribution to the overall design.

 

#1358, garden scene, digital drawing

„Phlomis fruticosa“ ist der lateinische Name von einer meiner Lieblingspflanzen im sommerlichen Garten. Das „Strauchige Brandkraut“ lädt mit wunderbar eleganten, aber auch verspielt wirkenden Elementen zum Zeichnen ein.

„Phlomis fruticosa“ is the Latin name of one of my favourite plants in the summer garden. The “Jerusalem Sage“ invites you to draw its wonderfully elegant, but also playful elements.

See Phlomis fruticosa (Strauchiges Brandkraut)

 

#1349 foxgloves, acrylic on canvas

Eigentlich ist die Region, in der ich lebe und arbeite durch ausgedehnte Waldflächen in einer Mittelgebirgslandschaft geprägt. In den letzten Jahren haben Dürre und Schädlinge ihre Spuren hinterlassen und viele Flächen sind nun abgeholzt. Kahle Hänge mit ihren zahllosen Baumstümpfen bestimmen das Bild. Nun haben sie auch in diesem Bild Spuren hinterlassen, zusammen mit dem Fingerhut, der als Pionierpflanze an vielen Hängen schnell dabei ist, den trocken Boden zu schattieren und das Auge zu erfreuen.

The region in which I live and work is actually characterized by extensive forest areas in a low mountain range. In recent years drought and pests have left their mark and many areas have now been cleared. Bare slopes with their countless tree stumps determine the picture. Now they have also left their mark on this picture, together with the foxglove, which as a pioneer plant on many slopes is quickly in the process of shading the dry ground and pleasing the eye.

 

testing new arrangement of panels

Nun sind die mehrteiligen Bildelemente, die meine Arbeitsweise bestimmen, mal nicht waagerecht, wie es aus gutem Grunde die Regel ist, sondern übereinander angeordnet. Auslöser ist die gestalterische Vorgabe, für einen konkreten Anlass ein Hochformat zu entwickeln. So hat sich eine lebendige Komposition entwickelt, die eine schöne Gesamtform ergibt.

Now the multi-panel picture elements that determine my way of working are not arranged horizontally as usual for various reasons, but on top of each other. The reason is the design requirement for a specific situation to design a portrait format. In this way a lively composition has developed, which results in a beautiful overall shape.

 

layout of a new exhibition planned

Für meine Arbeiten ist das Verhältnis zwischen Kunstwerk, Raum und dem Betrachter wesentlich. Die Bewegung in Bezug auf das Kunstwerk und damit die Wahrnehmung in der räumlichen Veränderung bestimmen, was das Werk auslöst. So bereite ich Ausstellungen meist vor, indem ich ein maßstabsgetreues Modell der Flächen und Räume schaffe. Damit erreiche ich eine Zusammenstellung von Arbeiten, die auf die Situation, aber auch auf die Wahrnehmung des Betrachters zugeschnitten sind.

 

The relationship between the work of art, the exhibition space and the viewer is essential for my work. The movement towards the work of art and thus the perception of the spatial change determine what the work effects. I usually prepare exhibitions by creating a true-to-scale model of the walls and spoaces. This results in a set of works tailored to the space, but also to the perception of the viewer.

 

„Kunstsalönchen“, a little survey of smaller works

 

Das „Herbstsalönchen“ im Oktober trotz Corona und macht ein Kulturangebot mit kleinen Formaten in der Region. So passt der Name gut. Vielfältige Medien und Gestaltungsweisen zeigen eine Bandbreite an Möglichkeiten, was mit der Methode der mehrteiligen Bilder erreicht werden kann.

Despite Corona the exhibition “Herbstsalönchen” (tiny Salon d’Automne, autumn art gallery show) in October and made a cultural offer in the region with a presentation of small formats. So, the name fits well. Various media and concepts show a range of possibilities of what can be achieved with the method of multi-panel artwork.

 

 

#1365 on site at Kunstverein Offenbach, digital work on mesh

Im großzügigen Raum des Kunstvereins Offenbach entfaltet diese Arbeit auf Netzstoff eine schöne Verbindung von Leichtigkeit und Größe. Frei im Raum platziert kann man sich im Raum bewegen und auf diese Arbeit konzentrieren, vergleicht sie aber auch immer wieder mit den übrigen Exponaten.

At the generous space of Kunstverein Offenbach, this work on mesh creates a beautiful combination of lightness and size. Being placed freely in the centre of the room, you can walk around and concentrate on this work, but also compare it again and again with the other exhibits.

 

#1369, studio view, acrylic on wood

Auf Holztafeln in etwas kleineren Format werden ähnliche Farb- und Formelemente aufgegriffen. Auf der grauen Grundierung (eine tolle Erfindung schon im Mittelalter, siehe Links an Ende des Textes) ergeben auch die wenigen sparsamen Elemente eine spannende und assoziationsträchtige Gesamtkomposition.

Similar elements of colour and shape are picked up in this work on wooden panels in a slightly smaller format. On the grey background (a great invention already in the Middle Ages, see links at the bottom of this text; sorry, German only), the few economically chosen elements also result in an exciting overall composition that is full of associations.

über Grau als Farbe und Hintergrund fand ich diese Hinweise anregend:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/eklatante-grauzone-der-kunstgeschichte-100.html

hier die Einladung zum Newsletter einfach überspringen:
https://www.restauro.de/farbe-grau/

 

 

Hoyerswerda 1991

Dreißig Jahre – Thirty Years

#66, Hoyerswerda 1991,

#66, Hoyerswerda 1991
Öl auf Holz, 102 x 140 cm, 1993

 

 

 

 

 

Dreißig Jahre sind die Ereignisse in Hoyerswerda und Lichtenhagen nun her, die diesem Kunstwerk zugrunde liegen. Die aktuelle Berichterstattung darüber hat es mich wieder hervorholen lassen.

Ich bin froh, dass es ein öffentliches Erinnern an die Ereignisse der Zeit gibt, gleichzeitig aber auch fast so erschreckt wie damals, als die Berichte durch die Medien gingen.
Nicht nur, dass eine Gruppe von Neonazis mit Gewalt gegen ausländische Bewohner eines Wohnheims vorgingen, sondern Teile der bürgerlichen Bevölkerung schauten zu, klatschten teils sogar Beifall, ließen die Täter gewähren und die Polizei schritt bestenfalls spät ein.

Am Ende wurden die Opfer von der Polizei weggebracht. Der Staat hatte für alle sichtbar versagt und die Täter triumphierten. Im Netz findet sich zahlreiches Material aus seriösen Quellen dazu, auch über die wenig erfolgreiche juristische Aufarbeitung. Ich spare mir daher hier die Details.

Thirty years have passed since the events in Hoyerswerda and Lichtenhagen on which this work of art is based. The current reporting on it made me pull it out again.

I am glad that there is a public reminder of the events of the time, but at the same time almost as frightened as when the reports went through the media.

Not only did a group of neo-Nazis use violence against foreign residents of a dormitory, but parts of the middle-class population watched, sometimes even applauded or let the perpetrators have their way. The police intervened late, at best.

 

In the end, it was the victims who were brought away by the police. For all to see, the state had failed and the perpetrators triumphed. There is a lot of material from reputable sources on the internet, including information about the less than successful legal appraisal. So, it is unnecessary to go into details here.

#66, Hoyerswerda 1991, Ausschnitte: Herd

 

 

Hoyerswerda hat sich deutlich Mühe gegeben, seine traurige Berühmtheit aufzuarbeiten. Auch hierzu finden sich gute Beispiele im Netz.
Ein Startpunkt für einen Überblick könnte der Wikipedia-Artikel dazu sein:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Hoyerswerda

Das umfangreiche Bildmaterial zu den Ereignissen hat mich nicht losgelassen. Besonders ein Foto des Fotografen Bernd Weißflog hat sich bei mir festgesetzt. In diesem Artikel der Lausitzer Rundschau ist es wieder zu sehen:
https://www.lr-online.de/lausitz/hoyerswerda/auslaenderfeindliche-krawalle-von-1991-so-begeht-hoyerswerda-den-schwierigen-jahrestag-59523211.html

Es ist sehr eindrücklich. Trotzdem fehlte mir der Aspekt, dass zu dem Bild nicht nur die Opfer, sondern auch ihr Kontext gehören. Die Vorgänge stellen auch einen Einbruch in das Selbstbild von einem Bürgertum in einer freien Gesellschaft dar. Diese Überzeugungen haben es nicht ermöglicht, gegen das unglaubliche Unrecht vorzugehen.

Die Frage, wo denn die gesellschaftlichen Mehrheiten liegen, war plötzlich offen.

Hoyerswerda itself has clearly made an effort to come to terms with its notoriety. Here too, we can find more information on the Internet. A starting point for an overview could be the Wikipedia article on this:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Hoyerswerda

I was amazed by the press images of the events. A photo by the photographer Bernd Weißflog in particular struck me. In this article of the Lausitzer Rundschau it can be found again:

https://www.lr-online.de/lausitz/hoyerswerda/auslaenderfeindliche-krawalle-von-1991-so-begeht-hoyerswerda-den-schwierigen-jahrestag-59523211.html

It’s very impressive. Nevertheless, I missed the aspect that not only the victims belong into the picture, but also their context. The events represent a breakdown of the self-image of a citizenship in a free society. These convictions have not prevented the unbelievable injustice.

The question of where the social majorities actually lie was suddenly open.

#66, Hoyerswerda 1991, Ausschnitt Mitte mit Gesicht

 

Die Antwort scheint immer noch nicht klar genug, denn wir verzeichnen seitdem mit erschütternder Regelmäßigkeit politisch begründete Angriffe auf Mitmenschen anderer Hautfarbe, anderen Glaubens, anderer Überzeugungen. Das Attentat von Halle und die NSU-Morde, deren Stellenwert der Staat lange verdrängt hat, sind nur zwei von sehr vielen Beispielen.

Die Einschätzung, dass es sich immer nur ein paar extreme, ein paar Verirrte handelt ist lange nicht mehr glaubhaft, wenn die Sicherheit des Einzelnen gefährdet ist. Statt Verdrängung wäre einen aktive Aufarbeitung angesagt. Die Auseinandersetzung mit dem, was hier in den Menschen wirkt, kennt kein Ende, sondern sie ist wohl doch eine Daueraufgabe, der sich eine demokratische Gemeinschaft stellen muss, will sie nicht ihre Daseinsberechtigung in Frage stellen.

The answer still does not seem clear enough, because since then we have experienced politically justified attacks on people of other skin colour, other beliefs or other convictions with shocking regularity. The assassination attempt in Halle and the NSU murders, the relevance of which the state has long ignored, are just two of many examples.

The assessment that there are always only a few extreme, a few stray people is long lost ist credibility. It puts the safety of the individual at risk. Instead of evasion, active processing must be the order of the day. It seems to be a permanent task for a democratic community which it has to face if it does not want to question its raison d‘être.

 

#66, Hoyerswerda 1991, seitliche Sicht, Ausschnitt

 

 

 

Bei meinem Bildobjekt handelt es sich um ein mehrschichtiges Relief aus Holz, das ein Fenster mit zerbrochenen Scheiben zeigt. Diese sind von einem Rahmen und einer Fensterbank eingefasst. Im Zentrum hinter der Scheibe ist angedeutet ein Lockenkopf zu sehen.

Das Relief ist grundiert und in Ölfarbe bemalt. Das Gemälde zeigt einen Blick in eine Küche. Die Einrichtung und der Blick aus dem Fenster im Hintergrund ordnet die Situation als wahrscheinlich typisch für eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus seiner Zeit ein. Sie könnte aus einem Möbelprospekt der Zeit in der Zeitungsbeilage stammen. Die Verhältnisse sind einfach, aber sauber und ordentlich.

My artwork consists of a multilayered relief made of wood showing a window with broken panes. These are framed in the form of a window frame and sill. A head with curly hair can be seen in the center behind the pane.

The relief is primed and painted in oil. The motif  shows a view into a kitchen. The furnishings and the view out of the window in the background classify the situation as probably typical of a flat  in an apartment building of its time. It could come from a contemporary furniture brochure or a newspaper insert. The conditions are simple, but clean and tidy.

 

#66, Hoyerswerda 1991, seitliche Ansicht

Der Kontrast

The contrast

 

Der Kontrast zwischen dem schlichten und harmlosen Thema der Malerei, das am Ende vielleicht sogar etwas langweilig wirkt, und der auf der Reliefebene implizierten Gewalt beschreibt und verschränkt scheinbar Gegensätze. Aber offensichtlich sind sie beide Teile der menschlichen Natur.

Mit dieser Spannung wirkungsvoll umzugehen und sich in einer wirklich freien und offenen Gesellschaft zu arrangieren, scheint eine noch zu lösende Aufgabe zu sein.

The contrast between the simple and inoffensive topic of the painting, which might eventually even look a bit boring, and the violence implied on the level of the relief describes and intertwines elements which seem to be opposites.  But obviously they are both parts of human nature.

To deal with this tension effectively and come to terms with it in a society which is truly free and open seems a task that yet need be solved.

 

 

Fingerhut – Foxgloves

#1349 Fingerhut/Foxgloves, 2021, 120 x 168 x 5 cm

 

Einer meiner Lieblingstitel ist
#soundso, ohne Titel„.

Meistens beginnt mein Arbeitsprozess mit einer Farbauswahl, einem spontanen Farbfleck oder Pinselstrich oder Ähnlichem. Von dort aus entwickelt es sich und stößt Ideen an, worauf sich das Bild beziehen könnte. Dieses Potenzial an Assoziationen versuche ich aufrechtzuerhalten, ohne zu beschreibend zu werden. Es würde die Auswahl meiner Gestaltungsentscheidungen einschränken. Das eigentliche Potenzial von Farben und Markierungen würde geringer.

Aber diesmal war die Situation etwas anders und ich begann mit der Idee eines Baumstumpfs.

One of my favourite titles is
#soandso, untitled„.

Most of the time my process of work starts with a choice of colours, a spontaneous patch or brushstroke of colours or something similar. Going on from there it develops and triggers ideas of what it might refer to. I try to keep up this potential of associations without becoming too descriptive. It would limit the choice of what I do and the potential based on colours and marks would be diminished.

But this time the situation was slightly different and I started with the idea of a stub.

First sketch

Placing the main set of colours

Wie fängt man an?

Mit wenigen Farben anzufangen und so einige Markierungen zu setzen, die alle Tafeln der mehrteiligen Bilder umfassen, hat sich oft bewährt, um zu einer guten Komposition zu kommen und die getrennten Bereiche der Bildfläche zu integrieren, in der ich arbeite.

Das Thema Baumstumpf wurde nicht zufällig gewählt. Beginnend im letzten Jahr hat sich die Landschaft in meiner Gegend massiv verändert und der Vorgang hat dieses Jahr eine Art Höhepunkt erreicht. Ob menschengemacht oder nicht, der Klimawandel hat seine Spuren hinterlassen: Die Erde ist in heißen Sommern, die wir in unserer nassen Region anfangs sehr mochten, über viele Meter Tiefe sehr trocken geworden. Dann kamen die Insekten, die den großen Wald mit seinen vielen Bäumen mit geringerer Abwehrkraft sehr genossen.

Jetzt sind viele Bäume abgeholzt und große Flächen an den Hängen unserer Hügel sind kahl geworden. Trockener, grau-roter Boden und unzählige Baumstümpfe dominieren nun die Gebiete, in denen seit hundert Jahren vor allem Fichten angebaut werden. Schön, dass die Laubbäume es bisher geschafft haben, so dass wir immer noch diese Ausblicke über grüne Hügel und Berge haben.

Die grobe Skizze der ersten Minuten wurde bald durch einige Flecken strukturiert, bei denen ein limitierter Farbsatz vage an Landschaftsdetails erinnert.

Getting started

Starting with few colours and by setting a few marks including all panels of the multipanel paintings has often proved to lead to a good composition and to integrate the seperated areas of the space I work on.

The topic of a stub was not chosen by coincidence. Starting last year and reaching a sort of peak this year the landscape in my area has undergone a massive change. Manmade or not, the climate change has left its scars: The earth has become very dry for many meters of depth during hot summers we liked at first very much in our rainy area. Then came the insects which enjoyed a large woodland with lots of trees with lower defenses.

Now lots of trees have become harvested und large areas on the slopes of our hills have gone bald. Dry, greyish red soil and countless stubs now dominate the areas where especially fir trees have been grown for a hundred years. Glad to say that the deciduous trees have managed so far, so we still have these views over green hills and mountains.

The rough sketch of the first few minutes was soon structured by some patterns, where a limited set of colours vaguely resembled landscape details.

Starting to join the separate elements

Digital sketch for next steps

Farbe

Die Idee war, die Grundskala eines gedämpften Brauns (leicht Aubergine) und des blassen und sehr hellen Gelbs des Holzes durch etwas Lebendigeres aufzubrechen, um das Potenzial der Farbentscheidungen zu erhöhen. In den letzten Monaten hatte ich bereits eine Reihe von Arbeiten nach ähnlichen Eindrücken entwickelt, wollte aber nicht mehr bei der gleichen dumpfen Farbpalette bleiben (siehe Link hier).

Hier kam das Grün und Lila hervorragend zum Einsatz, das von der Vorstellung von Fingerhüten  kam. Sie sind sehr schnell da, wenn ein Stück Wald geschlagen wurde, eine Art Pionier in dieser Hinsicht.

Colours

The idea was to break up the basic scale of a dull  brown (slightly aubergine) and a pale and very light yellow of the wood by something more vivid to increase the potential of colour decisions. Over the last months I had already developped a set of works based on similar impressions but I did not want to stick any longer to the same muffled colour set (see link here).

Here the green and purple came in handy, which was provided by foxgloves. They come in very soon when a patch of woodland had been harvested, a sort of pioneer in this respect.

Details of next steps

Verbinden und ausbalancieren

Damit waren die wesentlichen Entscheidungen für die Entwicklung gefallen. Bis dahin machten die Farbflecken einen eher verstreuten Eindruck mit vielen kantigen Formen ähnlicher Größe. Ich wollte ein bisschen mehr Verbindung und das allgemeine Gefühl, etwas weniger aggressiv zu sein.

Beim Motiv musste ich aufpassen, dass ich den Fokus  auf Farbe und Komposition nicht verliere, mich nicht zu sehr auf den biologischen Aspekt, wie ein Fingerhut im Wald aussehen würde, einlasse.

Joining and balancing

So, the main decisions for the development had been made. Up to then the colour patches had made a rather scattered impression, with lots of edgy forms of similar size. I wanted a bit more connection and the overall feeling to be a bit less aggressive.

With regard to the motif, I had to be careful not to loose my focus on colour and composition, not on the biological aspect what a foxglove in woodland would look like.

Details of finished work

Aufbrechen

Um die Nähe zum fotografischen Blick aufzubrechen, griff ich auf ein Abstraktionsmittel zurück, das ich bereits in früheren Arbeiten verwendet hatte: Vielleicht ein bisschen vergleichbar mit  klobigen Pixeln habe ich meine Farbwahl benutzt und Formen von eher neutraler Anmutung und breiter Größe über große Flächen der Leinwand gelegt. Ein wenig verstecken sich die Details der Landschaft nun, aber irgendwie ähneln die Flecken nun meinem Fingerhut, ohne ihn wirklich abzuzeichnen.

Hier ist meine Wahl:

Breaking it up

For breaking up the closeness to the photographic sight I came back to a means of abstraction I had already used in earlier work: Perhaps a bit similar to clumsy pixels I used my colour choice and placed forms of rather neutral look and broad size over large areas of the canvas. In some areas they hide details of the landscape, but at the same time they somehow resemble my floxgloves without actually drawing what they look like.

Here is my choice:



The view from the right shows the conceptual elaboration of canvas sides

auf Linie / in line

auf linie  – in line

 

Lineare Zeichungen

Wie reagiert unser Gehirn auf visuelle Signale? Was brauchen wir, um das Gesehene zu verstehen? Wie viel oder wie wenig ist nötig, um unsere Wahrnehmung in Bewegung zu setzen?

Linear Drawings

How does our brain react on visual signals? What do we need to start making sense of what we see? How much or how little is nessessary to trigger our perception?

In den letzten Jahren habe ich hauptsächlich als Maler gearbeitet und meine Acrylfarben auf Leinwand, Sperrholz oder Karton aufgetragen. Beim Malen gab es schon immer viel zu erleben und zu entdecken, was sich vor meinen Augen entwickelte.

For the last years I have mostly worked as a painter, spreading my acrylics across canvas, playwood or cardboard. There has always been a lot to enjoy while painting and discovering what developped there befor may eyes.

Ab und zu habe ich in verschiedenen Medien gezeichnet. Auf frühe Arbeiten mit Bleistift oder Tusche folgte Arbeit mit der  Schere (Formen ausschneiden), Fineliner und später auch digitale Medien. Die lineare Zeichnung war das Mittel der Reduktion, die Herausforderung.

Then and again I took to drawing in various media. Early pencil or ink work was followed by scissors (cutting out forms), fineliner and later digital media. Linear drawing as a means of reduction,- this was the challange.

Eine klassische Einstellung besagt, dass sich beim Zeichnen zeigt, ob jemand  wirklich verstanden habt, was er oder sie tut. Auch wenn dies durchaus bestreitbar ist (van Goghs Zeichnungen waren zum Beispiel nach klassischen Maßstäben von sehr begrenzter Qualität, um nur einen unserer Helden zu nennen), gab es für mich immer wieder die Herausforderung, ob ich auf Farben verzichten könnte, meinen Fragen ohne die Aspekte Farbe und Licht nachgehen könnte, ohne dafür Objekte perspektivisch zeichnen zu müssen, wie ich es vor 2010 getan hatte.

A classical attitude holds  that drawing shows if you really have understood what you are doing. Though this is quite disputable (van Gogh#s drwaings were of very limited quality by classical standads, jsut to name one of our heroes), there was ever again the challange if I could do without colours, could pursue my questions without colour and light, without drawing objeects in perspektive like i had done before 2010.

Hier sind also ein paar Resultate aus dieser Gruppe von Arbeiten. Ich hoffe, sie gefallen Ihnnen auch!

So here are some results from this group of works. I hope you enjoy it, too.



Lecker – Delicious

Lecker – Delicious

 

Nach langer Zeit wurde dieses hier wieder einmal mein erstes Stillleben. Ausgangspunkt war ein Foto, das mich an etwas Wunderbares erinnerte: Nach Beedigung meiner Schulzeit habe ich meine erste Reise nach Großbritannien gemacht und sie genossen. Ich machte so auch Bekanntschaft mit dem Englischen Frühstück und lernte es lieben. Jawohl, die komplette Version mit Bohnen und allem Drum und Dran. So lecker!

Seitdem habe ich zahllose Variationen davon genossen und gegrillte Tomaten wurden ein regelmäßiger Bestandteil meiner Küche.

After a long time this here became my first still life. Starting point was a photo which reminded me of something wonderful: After having finished school I enjoyed my first visit to Britain and instantly fell in love with English Breakfast. Yes, the complete version with beans and all. So delicious!

Since then I have enjoyed countless varieties of it and grilled tomates have become a regular part of my kitchen.

Das Foto hatte lediglich die Assoziation ausgelöst, aber es hatte nicht im Entferntesten das wiedergegeben, was mir wichtig war.

Meine Aufgabe war es nun, das Notwendige zu unternehmen. Dies begann mit einer kleinen digitalen Skizze, um eine Vorstellung von einer Farbwahl und einer ersten Anordnung zu finden.

The photo just triggered this memory and did not even remotely come near my ideal.The colours  were quite subdued, the arrangement dull.

So it was my task to do whatetver was necessary. I began with a small digital sketch to check my choice of colour and get a first idea for a proper composition.

 Gleichzeitig war ich mir bewusst, dass ich nicht die Ziele beiseite lassen wollte, die mich in der Malerei der letzten Jahre beschäftigt haben. Auf dem Weg zu dem Gemälde, das ich mir vorstellte musste ich aufpassen, dass ich nicht zu nahe an die Vorstellung einer naturalistischen Beschreibung der Szene kam. Ausdruck durch Farbe, dur das Farbmaterial und dei Bewegung des Pisels auf der Fläche war eher das, was mir vorschwebte.

And at the same time I was aware I did want to leave aside what has now interested me in painting for some years. So on my way to my planned painting I had in mind I had to be careful not to come near a naturalistic depiction of the scene. Expression by colour, by paint and the movement of brushes on the surface was closer to what I was looking for.

 Hier finden wir die vollendete Arbeit. Die Größe ist 90 x 128 cm und die Leinwand ist ca. 5 cm dick. Damit entsteht eine stärkere Betonung der einzelnen Bildtafeln als physische Objekte auf der Wand.

Der Wechsel zwischen Bereichen, die etwas mehr plastische und  auch naturalistisch erscheinende Elemente enthalten, und anderen die sich stärker auflösen und reine Farbflecken werden, gefällt mir gut. Das Bild lädt dazu ein, sich eine Szene vorzustellen und löst sich aber immer wieder davon zugunsten freier Form und Farbe.

Die Detailaufnahme gibt einen Eindrcuk von der Arbeitsweise.

Here we see the completed work.The size is 90 x 128 cm with a depth of about 5 cm due to the canvas stretchers. This emphasizes the impression of the panels as physical entities on the wall.

The change and balance between areas which are more depicting and others where the flow of forms and colours moves more freely across the surface is what I was looking for. We are invited to imagine a situation but in the next moment we see just form and colours in their own right.

The close-up gives a good impression of the way I work.



Das Ende war nicht da Ende. Ich fragte mich, ob ein größres Format die Energy der Formen und Farben nicht noch etwas besser unterstützen würde. Außerdem gab es da gerade noch ein fertig grundiertes Set an Holztafeln, die richtige Größe zu haben schienen.

Das größere Format von 125 x 210 cm gab den farbflecken mehr Raum, um ihre Kraft zu entfalten. Die ganze Komposition wirkte leichter und nun fiinde ich es schwer zu sagen, welche Version mei Favorit ist.

The end was not the end. I asked myself if a larger format would support the energy of forms and colours better than in the format actually used. Furthermore there was a set of prepared wooden panels right at hand which seemd to have the right size.

The larger format of 125 x 210 cm  gave the colour patches more space to develop their power and the whole composition looks lighter and now I find it hard the choose my favourite.

Ein paar Skizzen entstanden noch zwischendurch, die ich auch nicht einfach wegtun wollte. Sie zeigen ein wenig, wie ich mich der Fragestellung des Bildes angenähert habe.

The process was accompanied by some sketches which I would not throw away. They tell a bit of the way I tried to address the issues involved in this work.

 

 

Balance halten

Balance halten

Waldsterben

Die bergige Region, in dem ich lebe, ist über weite Flächen von Fichtenwäldern bedeckt. Zumindest war es so. Saurer Regen, Trockenheit und Klimawandel haben die Bedingungen für Bäume im Laufe der Jahre erschwert (wann wurde zuerst davor gewarnt?), und im Moment ändert sich meine Umgebung rasant.

Es wurden große Waldflächen abgeerntet und sie sind kahl. Es wird einige Jahre dauern, bis wir sehen, ob wir wieder dieselben alten Fehler machen oder ob wir uns an die sich ändernden Situationen anpassen und die richtigen Konsequenzen auswählen können.

Dieser Anblick ist mich auf verschiedene Arten auch künstlerisch beschäftigt. Eine, über die ich letzten Monat in meinem Blog geschrieben habe, konzentrierte sich auf eine Farbsituation. In diesem nächsten geht es mehr um Linien.

Dying Forests

The mountainous area I live in is in large areas covered by forests of fir trees. Or so it was. Acid rain, drought and climate change have made conditions for trees difficult over the year (when have we been warned actually?) and right now my surroundings are changing rapidly.

Large areas have been harvested and it will take some years to see if we are making the same old mistakes again or if we are able to adapt to the changing situations and choose the right consequences.

This sight has caught my eye in various ways. About one I wrote last month in my blog, which was focussed on a colour situation. This next one is more about lines.

 

Wege

Ich habe einige digitale Zeichnungen angefertigt, die durch den Anblick umgestürzter Bäume angeregt sind. Das tote Holz hatte ist gebrochen und gesplittert, das Licht erzeugte skulpturale Formen, starke Kontraste und Konturlinien, die sich durch den Raum bewegten und das Auge führten.

Ways

I have made some digital drawings initiated by the sight of fallen trees. The wood of the dead trees had broken and splintered and the light produced sculptural forms, strong contrasts and contour lines moving through space and leading the eye.

 

 

 

Fragen

Bei der Umwandlung dieser Eindrücke in Skizzen gab es natürlich Bereiche, in denen Linien und Strukturen nicht durch die Notwendigkeit bestimmt wurden, eine bestimmte Gegenstandsform genau abzubilden. Sie waren lose gesetzt worden, um die Fläche zu strukturieren, Kontraste von Mustern und Liniendichten zu erzeugen.

Was in diesen Zeichnungen und auch in größeren Gemälden leicht zu funktionieren scheint, wird in kleineren Arbeiten komplizierter. Ich habe versucht, meinen Arbeitsprozess auf Papiere mit einer Größe von 30 x 40 cm zu übertragen, was einen Arbeitsraum für die Farbe von drei Streifen von nur wenigen Zentimetern bedeutet. Sehr klein, also gab es keine große Chance für großzügige Gesten mit dem Pinsel auf dem Papier. Meine Methode, einige Markierungen eher intuitiv zu platzieren, sah ziemlich ungeschickt und enttäuschend aus. Die Leichtigkeit und Bewegung der Formen, die ich bei meiner größeren Arbeit mochte, war verschwunden.

Questions

When transforming these impressions into sketches there were naturally parts in the work where  lines and structures did not actually reproduce some given form. There the elements had been loosely set to structure the work, for example to produce contrasts in patterns or in the density of lines.

What seems to work easily in these drawings and as well in larger paintings becomes more complicated in smaller work. I tried to translate my process of work onto papers sized 30 x 40 cm, which means a working space for the paint of three stripes of a few centimeters.Quite small indeed, so there was not much of a chance for generous gestures with the brush on the paper. My method to place some marks rather intuitionally looked quite clumsy and disappointing. The lightness and movement of forms I liked with my larger work had disappeared.

 

 

Der nächste Schritt bestand darin, die Strategie zu ändern und eine grundlegende Zeichnungsstruktur zu entwickeln, mit der gearbeitet werden kann. Ich begann mit einer hellockerfarbenen Hintergrundfarbe, die nichts Konkretes beschreiben sollte. Die zentrale und recht formatfüllende Form eines Baumes wurde zum Hauptelement. Die Farbe wurde auf einen dunklen Ton reduziert, der insgesamt einen Effekt erzeugte, der mich an Holzschnitte erinnerte.

Ausgehend von dieser Art von Zeichnung fügte ich einige Farbflecken hinzu, die einen Bezug zur Natur hatten, aber zeigten, dass sie nicht dazu gedacht waren, ein Objekt genau zu beschreiben, die Balance zu halten zwischen Gegenständlichkeit und Ungegenständlichkeit. Es war ein grobes „Als-ob“, das mir die Freiheit gab, die Situation (und die Komposition) zu öffnen, um der Notwendigkeit zu entgehen, genaue Beschreibungen zu geben, die von einem gegenständlichen Gemälde erwartet werden.

Next step was to change the strategy and develop some basic drawing structure to work with. I started with a light ochre background colour which was not meant to describe anything in particular. The central and rather filling form of a tree became the topical element. Colour was reduced to a dark tone which altogether produced some effect which reminded me of woodblock prints.

Starting from this sort of drawing I went on adding some colour elements which had a reference to nature but showed, that they were not meant to describe some object precisely. It was a rough “as if”, which gave me the freedom to open up the process (and the composition), to escape the need to stick to precise descriptions expected from a representational painting.

 

 

Konsequenz

„Was ist das hier“ ist eine Frage, die wir aus der Betrachtung eines Gemäldes kennen. Die Antwort „nichts, nur etwas Farbe“ mag enttäuschend wirken, aber oft genug wird eine künstlerische Entscheidung getroffen, weil „das Kunstwerk es verlangt“.

Daher brauchen wir oft zwei Arten, um uns mit Malerei zu beschäftigen: entdecken, worum es geht und entdecken, was die Malerei als Malerei hier macht. Diese Perspektive ist sicherlich die lohnenswertere. Wir wissen, wie z.b. ein Topf oder eine Fichte aussieht, und wenn nicht, so ist die Malerei wahrscheinlich nicht das perfekte Medium, um das zu ändern.

Da es keine klare Linie gibt, die jene Farbmarkierungen trennt, die eine Bedeutung wie „Dies ist ein Topf“ oder „Dies ist eine Reflexion des Sonnenlichts“ in der figurativen Kunst haben sollen, von denen, die nur einen bedeutungslosen (ästhetischen), aber visuell vielleicht sehr lustvollen und gestalterisch exakten Teil eines nicht-gegenständlichen Kunstwerks ergeben. Ich arbeitete mich durch neue Bedingungen hindurch, die durch kleinere Formate festgelegt wurden.

Das klingt nach ziemlich schwerem und sehr abstraktem Zeug, oder? Aber viele von uns hatten diese Erlebnisse, in denen wir uns die Zeit genommen haben, Kunstwerke lange und aus der Nähe zu betrachten. Denken wir nur an eines der Rembrandt-Portraits mit ihrer zarten Skala von unzähligen Brauntönen: Oft konnten wir sehen und genießen, wie lustvoll und verspielt er mit seinem Farbmaterial umgegangen ist, nicht nur so, dass wir sehen, dass er einfach ein Meister darin war, Dinge zu zeichnen und jedes Detail von dem, was er sah, festzuhalten. Auch sein Bildnis des damaligen Bürgermeisters Jan Six ist ein hervorragendes Beispiel.

Besonders bei den alten niederländischen Meistern finden Sie solche Elemente in der Malerei wie dieses hier beschriebene. Auch bei den späten Werken von Monet und Cézanne finden wir solche Elemente, wo wir die Auflösung von Objekten in (scheinbar) frei fließende Farben beobachten können, die Dekonstruktion und gleichzeitige Rekonstrukltion. der Naturbeobachtung. Die Kunst als Parallel zur Natur, wie Cézanne es formulierte, in der Balance zwischen Beschreibung und freier Gestaltung.

Consequence

„What is this here“ is a question typically coming up when we look at a painting. The reply „nothing really, just a bit of paint“ might be disappointing, but often enough a decision of the artist is just made because „the painting needs this“.

So often we need two different ways to look at the same painting: discovering what it is about and discovering, what that painting as a painting does in its own right. The latter perspective is certainly the more rewarding one. We all know what for example a pot or a fir tree looks like and if not painting does not seem the perfect medium to explain this.

So there is no clear line separating those paint marks meant to carry meaning like “this is a pot” or “this is a reflection of sunlight” in figurative art and those just meant to be a meaningless (aesthetic) but joyful and exact part of a non-representational colour composition I found myself working my way through new conditions set by smaller formats.

This sounds like quite heavy and very abstract stuff, right? But many of us have had these moments when we took our time looking vey closely at paintings. Let’s just think of some Rembrandt portrait with a delicate scale of countless brown tones. Often we can see how joyful and playful he seems to handle his color material. Certainly he was a master of drawing but he never simple stuck to a description of objects. One of my favorite examples is his portrait of Jan Six, then Mayor of Amsterdam.

Especially with the old Dutch masters we find a rathe free way of painterly work like the one described. But take a look at the late works of Monet and Cézanne, too. Here the object often dissolves  into e free painterly structure, a seemingly free flow of colors. We might callout a deconstruction as well as a reconstruction of nature. Defining his work as a parallel to nature Cézanne reached a balance between depiction and a free form of painting.





Der März schreitet voran

Der März schreitet voran

Seltsam, wie Farben manchmal korrespondieren. In den Winterwochen war es für mich immer etwas schwierig, Bilder mit hellen und positiven Farbskalen zu entwickeln. (Sie sind netter als die anderen, nicht wahr?)

Wenn es genug Sonne gegeben hätte, hätte es vielleicht geholfen, aber öfter war es eher eine Zeit für andere Arbeiten. Ich dachte immer, ich wäre auf dem Weg, Dinge in der Kunst mit meiner Methode zu untersuchen, hätte aber nie viel mit Stimmungen zu tun. Mit meinen Arbeiten meine Seele vorzeigen war nie mein Ding.Ich habe mich nur auf die rationalen Dinge konzentriert, nach denen ich gesucht habe. Das war genug.

March marches on

Funny how colours correspond sometimes. It was always a bit difficult for me to develop paintings with bright and positive colour sets in winter weeks. (They are nicer than the others, don’t you think?)

If there was sun enough, it might have helped but more often it was a time for different work. I always thought I was on my way to examine things in art with my method bit never much related it with moods and though of showing my soul in my work. Just focus on rational things was I was after.

 

 

In diesem Winter habe ich bei meiner Arbeit oft farbige Hintergründe verwendet. Ich fand es auf diese Weise einfacher zu untersuchen, was ein Pinselstrich auf dem Papier oder der Leinwand tat. Es wurde leichter lebendig als in einem blank weißen Bildraum. Also habe ich sehr oft ein Hellgrau als Arbeitsgruzndlage verwendet, aber auch mit Hellblau-, Ocker-, Grün- und Gelbtönen experimentiert. Letztlich war das Grau die dominante Strategie.

This winter I often used coloured backgrounds in my work. I felt it was easier to examine what a brushstroke did on the paper or canvas. It came alive more easily that on a blanc white space. So, very often I used a light grey to do the job, but experimented with light blue, ochre, greenish and yellowish tones as well. But the grey was dominant.

 

 

Wenn ich zurückblicke, sehe ich, dass es gut zum Winter passt, aber auch zum allgemeinen Pandemiegefühl, und so spiegelte es mehr wider, als mir bewusst war. Die Bilder mit leuchtend gelben Elementen auf Grün, die ich letzten Monat gemacht habe (siehe Beitrag dort), waren entweder eine Ausnahme oder der Beginn des Frühlings.

Looking back I see it fits well with winter, but with the general pandemic feeling too and so it mirrored more than I was aware of. The paintings with bright yellow areas on green I did last month (see post there) where either an exception or the beginning of springtime.

 

Kürzlich bemerkte ich eine Struktur während der täglichen Spaziergänge im Wald in der Nähe. Oder besser gesagt: in dem, was der voranschreitende Klimawandel von ihm übrig geblieben ist. Hitze, trockeheit, Insekten und saurer Regen haben sie stark getroffen, und in großen Gebieten wurden die Wälder abgeerntet und das Holz exportiert, hauptsächlich nach China, wie ich höre. Die verbleibenden Bereiche sind häufig in Flecken gefärbt, die interessante Gruppen bilden, die sich über die Bereiche zu bewegen scheinen. Es interessierte mich und ich habe versucht, den Effekt in meinen Gemälden mit verschiedenen Farben und farbigen Hintergründen einzufangen.

Recently I noticed a structure during the daily walks I take in the wood nearby. Or rather: what has been left of them due to the ongoing climate change. Heat, drought, insects, acidic rain has had a tough impact on them and in large areas the forests have been harvested and exported, mainly to China I hear. The areas that have been left are often coloured in patches which form interesting groups that seem to move across the areas. I tried to catch the effect in my paintings with various colours and coloured backgrounds.

 



Einige Ergebnisse ähnelten eher traditionellen Landschaftsgemälden, andere blieben abstrakter. In einer dritten Gruppe versuchte ich, die Bewegung und Struktur von toten Bäumen und Ästen zu erfassen, die auf dem Boden lagen oder sich wie Skulpturen im Raum bewegten. So entwickelte sich eine neue Reihe von Arbeiten. Nicht zu hell wie im Frühling, aber die allgemeine Richtung ist richtig.

Some results turned out to be more like traditional landscape paintings, others remained more abstract, in a third group I tried to catch movement and structure of dead trees and branches lying on the ground or moving like sculptures in space. So, a new set of works developed. Not too bright like springtime, but the general direction is right.

 

 

Expectations

Erwartungen – Expectations

#1286 Gebirge III, Acryl auf Holz

Der Winter hatte seine wunderbaren Tage mit beißendem Frost und glitzerndem Schnee. Aber schließlich sehnen wir uns alle nach frischem Grün und lebendigen Farben in unserem Leben.

Winter has had its glorious days of biting frost and glittering snow. But finally, we all long for some fresh green and vivid colours in our lives.

#1288 Wintergarten / Conservatory, 100 x 90, Acryl/Lwd.

#1288 Wintergarten / Conservatory, Detail

#1288 Wintergarten / Conservatory, Detail

 

In „Wintergarten“ habe ich getestet, wie man imaginäre Formen aufbricht und die Elemente in einer ziemlich freien Komposition vor dem Hintergrund einer sehr hellen bläulichen Farbe platziert. Ist es eine Sache oder nur farbig grundierte Leinwand, wie es die alten Meister oft getan haben? Irgendwie unterstützt und integriert es alles, was sonst noch auf den Flächen passiert, und macht es zu einem Ganzen. Und es gibt mir die künstlerische Freiheit, Formen und Farben auf inspirierende Weise zu platzieren. Fühlen Sie sich frei zu sehen!

In “Conservatory” I have tested breaking up imagined forms and putting the elements in a rather free composition against a backdrop of very light blueish paint. Is it a thing or just priming the canvas as the old masters used to do it. Somehow it supports and integrates whatever else is happening on the panels and makes it a whole something And it gives me artistic license to place forms an colours in an inspiring way. Feel free to see.

#1291 Grünes Bild mit Gelben Flecken, 90 x 128 cm, Acryl/Leinwand

Mein „Grün und Gelb“ ist seit einiger Zeit das erste Bild, bei dem ich nicht mit Pinselstrichen gearbeitet habe, die Hintergrundinformationen hinterlassen. Ich habe nur ein paar Grautöne, Blautöne und verschiedene andere Farben, wie Sie bei älteren Posts überprüfen können.

My “Green and Yellow” has been the first for some time now where I have not worked with brushstrokes which leave some background to show. I have just some greys, blues, various other colours as you can check with older posts.

 

#1291 Grünes Bild mit Gelben Flecken, Detail

 

#1291 Grünes Bild mit Gelben Flecken

Hier gefiel mir die Idee, dass etwas Flaches den gesamten Raum in einem frischen Grün in verschiedenen Schattierungen bedeckt, dazu einige gelben Dingen, die eine vage Ordnung zu haben schienen, aber nichts Genaues. So blieb der Geist in einem Gleichgewicht zwischen der Erfindung von Ideen zum Thema der Arbeit und der Freude am freien Malen.

Here, I liked the idea of something flat covering the whole space in a fresh green of various shades and some yellow somethings, that appeared to have some vague sort of order, but nothing precise. So, the mind was left in a balance of inventing ideas concerning the subject of the work and the joy of free painting.

 

#1288 Wintergarten / Conservatory, Atelieransicht / Studio View

Back to the Future (II)

 

 

In diesen Wochen scheinen sich verschiedene Arbeitsbereiche weiterzuentwickeln

Letztes Jahr habe ich viele Bilder mit einem eher begrenzten Wortschatz von ein paar Pinselstrichen auf einem einfachen Hintergrund gemalt. Sie begannen auf dem Papier, aber um sicherzustellen, dass dies nicht nur ein Training war, folgten einige größere Arbeiten.

These weeks various lines of work seems to develop further.

Last year I did a lot of paintings with a rather limited vocabulary of a few brush strokes on a plain background. They started on paper but to make sure this was not only a workout some larger works followed.

 

 

Eine ältere Arbeit von mir hing im Studio herum. Ursprünglich hatte es eine eher naturalistische Szene gezeigt und ich war mir sicher, dass ich die falsche Richtung eingeschlagen hatte. Als ich eine Art „Reset“ startete und das meiste davon mit schlichtem Grau bedeckte, bemerkte ich einige schöne Passagen im Bild dabei und konnte mich nicht dazu bringen, es zu zerstören.

Nach ungefähr einem Jahr und meiner Reihe reduzierter Elemente nahm ich es wieder heraus und versuchte, die Farbe der verbleibenden Bereiche der alten Arbeit aufzunehmen und damit die Grauzonen zu öffnen. Sehen Sie, was dabei herauskam!

An older work of mine was hanging around in the studio. Originally it had shown a rather naturalistic scene and I was sure I had taken the wrong direction. When I started a sort of reset and covered most of it by plain grey. I noticed some beautiful areas of it and could not make myself destroy it.

After about a year and my series of reduced elements I took it out again and tried picking up the colour of the remaining areas of the old work and using it to open up the grey areas. See what happened!

#1288, o.T., 120 x 168, Acryl auf Leinwand / acrylic on canvas

Es gibt diese Erfahrung aus der figurativen Arbeit: Sobald Sie ein Objekt zeichnen oder malen, schafft es in unserer Wahrnehmung sofort einen Raum um sich herum. Hier sah ich, dass selbst einfache und zufällig gemachte Farbspuren den gleichen Effekt auslösten. Ein grauer Raum öffnete sich und Dinge schwebten magisch darin herum.

Die Erfahrung mit grauem Hintergrund führte zu weiteren Gemälden auf Grau, von denen ein großes noch in Arbeit ist und einige kleinere bereits fertig sind.

Es gibt diese Erfahrung aus der figurativen Arbeit: Sobald Sie ein Objekt zeichnen oder malen, schafft es in unserer Wahrnehmung sofort einen Raum um sich herum. Hier sah ich, dass selbst einfache und zufällig gemachte Farbspuren den gleichen Effekt auslösten. Ein grauer Raum öffnete sich und Dinge schwebten magisch darin herum.

Die Erfahrung mit grauem Hintergrund führte zu weiteren Gemälden auf Grau, von denen ein großes noch in Arbeit ist und einige kleinere bereits fertig sind.

#1281, o.T., 120 x 168, Acryl auf Leinwand / acrylic on canvas, studio view

Wieder kehrte ich zur weißen Leinwand zurück. Es macht in verschiedener Hinsicht einen Unterschied. Die Farbpalette ist viel größer. Und nicht zuletzt wichtig: Das Auge braucht mehr Spuren, um zu akzeptieren, dass der Hintergrund kein unvollendeter Teil des Konzepts ist. Wovon hängt das ab? Wir werden sehen!

Once again, I returned to the white canvas. It makes a difference in various respects. The range of tones you get from colours is much larger. And not the least important: The eye needs more traces to accept that the background is not unfinished bit part of the concept. What does this depend on? We will see!

 

#1279, Acryl auf Karton / Acrylic on Cardboard

#1278, Acryl auf Karton / Acrylic on Cardboard

 

 

#1286 Acryl auf Holz /Acrylic on Wood, studio view

Aus einer früheren Serie hatte ich einige kleine Leinwände auf Lager und sie riefen zur Aufmerksamkeit auf, um nicht unbemerkt im Dunkeln zu bleiben 😉

Hier kommt also ein weiterer Anreiz für die nächsten Wochen.

From an earlier series I had some small canvasses on stock and they called for attention, not to be left unnoticed in the dark 😉

So here comes another stimulus for the next weeks.

 

#1284 o.T. Acryl auf Leinwand Acrylic on Canvas, ca. 20 x 120