Foyer im Haus der Ev. Kirche, Bonn

Sinn machen – Making Sense

Sinn machen

„Das macht Sinn“ ist eine der Alltagsformulierungen, die wir benutzen, wenn wir etwas für logisch, vernünftig oder offensichtlich richtig halten.

Interessant, wie wir Dinge für offensichtlich halten und denken, wir müssten nur die Augen öffnen und uns die Wirklichkeit anschauen.

Eine Anzahl meiner Arbeiten haben einen guten Ort gefunden, um gezeigt zu werden, ein Ort um die Frage nach offensichtlichen Wahrheiten zu diskutieren, nach der Wahrnehmung, nach Glaubens und die Frage, wie unser Leben Sinn machen könnte: das Haus der Evangelischen Kirche in Bonn an der schönen Rheinpromenade.

Wie viele Bröckchen an Information benötigen wir, um den Kopf auf die Reise zu schicken auf der Suche nach Interpretationen für das, was wir sehen? Um Bedeutung in Strukturen zu finden?

Wie einfach oder komplex ist die Information, die wir benötigen, und wie groß darf die Anstrengung sein, die wir uns zumuten, um Bedeutung aus dem zu eschließen, was wir erkennen?

Wie anfällig ist unsere Wahrnehmung für Falschinformationen? Und wie weit sind wir bereit, die Tatsache zu akzeptieren, dass Wahrheit von uns selbst gemacht wird, wenn wir willens und in der Lage sind, Dinge wahrzunehmen?

 

Making Sense

„This makes sense“ has become one of our everyday expressions when we take something for reasonable, sensible or obviously correct.

Funny how we take things for obvious and think we just have to open our eyes and take a look at reality.

A number of my works have found good place to be shown, a place to discuss the questions of obvious truths, perception, beliefs and how our lives might make sense: The House of the Protestant Church in Bonn, Germany, near the wonderful Rhine promenade.

How many bits of information do we need to send our mind on its way to interpret what we see, to find meaning in structures?

How simple or complex is the information we need and how great is the effort we are willing to take to produce meaning out of what we get to know?

How vulnerable is our perception to misleading pieces of information? In how are we willing to accept the fact that “truth” is make by the mind willing and able to perceive.

 

Wolfgang Metzger: Blaue Tafeln – Blue Panels

Time Flies

#392 Timeflies, Object

Wolfgang Metzger ist ein Name, der sich vielleicht mit einer Art meiner künstlerischen Arbeiiten am deutlichsten verbindet. Gruppen von blauen Bildflächen gehören seit Jahren zu meinen Favoriten. Teile von Rechtecken werden weggeschnitten. Im richtigen Abstand setzen sich die fehlenden Teile zu einem weiteren Satz von Rechtecke zusammen, die im Raum zu schweben scheinen.

The name of Wolfgang Metzger ist perheps the on which is most strongly related to this group of my works. Sets of blue panels have been some of my favourites for years. Parts of rectangles are cut away. Set at the right distance the missing parts combine to another set of rectangles which seem to float in space.

 

#348 Ins Blaue hinein Into the Blue, Object

 

#353 untitled, Siebdruck /Screen Print

 

 

Warum sie so faszinierend sind

1. Blau ist eine wundervolle Farbe und viele Leute mögen es einfach.

2. Da ist die Magie, dass das Auge einerseits die blauen Formen, aus denen das Kunstwerk äußerlich besteht, in den Mittelpunkt rücken kann. Oft werden sie mit leichtem Abstand zur Wand präsentiert, wodurch sie als eine Art Tafel mit fehlenden Teilen präsent sind.

Dann können wir andererseits unseren Fokus verschieben und diejenigen Formen sehen, die durch die weggeschnittenen Teile beschrieben werden. Wir erleben, dass Auge und Verstand die Lücken schließen und uns (meistens) vollständige Rechtecke zeigen.

Also „sehen“ wir wirklich, wie unser Verstand funktioniert und wie wir zwischen Vordergrund und Hintergrund wechseln, um zu verstehen, wie sich unser „Verständnis“ entwickelt.

3. Blau evoziert Atmosphäre und Bedeutung: Wir stellen uns blauen Himmel vor, wir fühlen eine Art Freiheit, wie Raum und offenen Himmel. Kein Wunder, dass mittelalterliche Künstler diese Farbe verwendeten, wenn sie eine metaphysische Bedeutungsebene beschreiben wollten. Aus offensichtlichen Gründen war Marias Mantel immer tiefblau.

Why they are so fascinating

1. Blue is a wonderful colour and a lot of people simply like it.

2. There is the magic that the eye can on one side set focus on the blue forms which indeed make up the artwork.
Often they are presented with a slight distance to the wall which makes them more present as a sort of panel with missing parts.

Then we can shift focus and on the other side see the forms that are described by the cut away parts. We experience that eye and mind bridge the gaps and show us (mostly) complete rectangles.
So we really “see” how our mind works and how we switch between foreground and background to understand how “understanding” develops.

3. Blue evokes atmosphere and meaning: We image blue sky, we feel a kind of freedom, like space and open sky. No wonder mediaeval artist used this colour to describe a metaphysical level of meaning, so for obvious reasons Mary’s coat was always of a deep blue.

Mein persönlicher Fokus liegt mehr auf der Wahrnehmung: Eine meiner prägendsten Erfahrungen war die Lektüre von Wolfgang Metzger, einem der wichtigsten Vertreter der Gestalttheorie in der Psychologie. Seine Analysen in seinem Hauptwerk „Gesetze des Sehens“, 1936, haben mir buchstäblich die Augen geöffnet, um eine Menge Dinge über die wesentlichen Strukturen zu verstehen, wie wir die Welt sehen und verstehen, wie wir diejenigen Informationen organisieren, die das Auge und das Gehirn erhalten. In zehn einfachen Regeln beschreibt er, wie wir Strukturen erkennen und warum wir dazu neigen, Formen als Quadrate oder Rechtecke zu interpretieren. Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, schauen Sie hier.

My personal focus is more on perception. One of my most shaping experiences was reading Wolfgang Metzger, one of the main representatives of Gestalt theory in psychology. His analyses in his works “Laws of Seeing”, 1936, literally opened my eyes for understanding a lot of things about the main structures of how we see and understand the world, how we organize the information the eye and the brain get. In ten simple rules he describes how we recognize structures and why we tend to interpret forms a squares or rectangles. If you like to know more about this topic look here.

 

Installation Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen

#346 Kontrapunkt / Counterpart, Installation, Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen, 240 x 500 cm, 2005

Hier finden wir also die Erklärungen, warum wir meine weggeschnittenen Elemente als vollständige Objekte und das blaue Panel als Hintergrund interpretieren. Und warum wir ihre Anordnung tendenziell als perspektivische Beschreibung von Objekten im Raum sehen.

Als ich diesen Ansatz von mehrteiliger Malerei und der Verwendung von Rechtecken entdeckte, wie sie hier zu sehen sind, stellten sie ein perfektes Wahrnehmungserlebnis dar. Sie verwendeten einfache und grundlegende Strukturen, die gleichzeitig einige grundlegende Einsichten auf den Punkt brachten.

Ich habe das Prinzip in verschiedenen Größen und Bedingungen getestet: Es gibt einen sehr kleinen Objektkasten von 20 x 30 cm und einen größeren von 40 x 100 cm. Im Kunstraum des Atelierhauses Friedrichstraße in Siegen wurde eine recht große Version ausgestellt, die die Besucher erlaubte, verschiedene Sichtweisen und Perspektiven zu erkunden.

Nun ist eine weitere Version unterwegs: Mit Hilfe von wunderbaren Menschen bei Fablab Siegen (siehe hier) konnte ich diese Methode in einem 3D-Druck untersuchen. Es hat mehrere Vorteile, wobei der größte darin besteht, dass die Konstruktion mit digitalen Werkzeugen erfolgt und die Präzision viel höher ist als beim Schneiden von bemalten Karton oder anderem Material von Hand.
man kann den Entwurf mithilfe von verschiedenen Materialien und in verschiedenen Größen umsetzen. Außerdem ermöglicht es das Verfahren, ein Kunstwerk zu kleinen Preis zu realisieren, so dass e für jedermann erschwinglich sein kann.  text

So here we find the explanations, why we interpret my cut away elements as complete forms and the blue panel as background. And why we tend to see their arrangement as a perspective description of objects in space.

When I discovered this approach of multipanel paintings and of using rectangles the way it can be seen here I found they provided a perfect experience in perception and using simple and basic structures displayed some basic insights as well.
I have tested it in various sizes an conditions: There is a very small box of 20 x 30 cm and a larger one of 40 x 100 cm. A rather big version has been displayed at the art space of Atelierhaus Friedrichstraße, Siegen, and it invited visitors to explore different sights.

Now another version is on the way: With the help of wonderful people at Fablab Siegen (see here) I was able to explore this method in a 3d print. It has several advantages, the greatest being possible that its design is done with digital tools and the precision is much higher than with cutting painted cardboard or other material by hand. It makes for different materials and sizes and it is possible to present a piece of art at a price available for about everybody.  text

 

Sketch for „Five Blue Panels“ 2019

 

 

 

Sketch for „Five Blue Panels“ 2019

 

 

finished print on Prusa MX3S

preliminary test on wall

Just to get an idea what 3D printing looks like
open video behind this link, please:
Schultze-Schnabl Prusa 1

Spuren und Strukturen – Marks and Structures, on Anselm Kiefer

Anselm Kiefer, White Cube Bermondsey, London 2019

 

Der deutsche Künstler Anselm Kiefer war immer gut für große und beeindruckende Projekte in seinen Arbeiten. Mit ihrer Atmosphäre vermittelten sie dunkle und bedrückende Gefühle. Der Bezug zur nordischen Sagenwelt, zur jüngeren deutschen Geschichte und die Nähe zur Alchemie (nebenbei eine interessante Parallel zu Sigmar Polke) luden seine Arbeiten mit Mengen an Bedeutungen und Bezügen auf, was durch die Wahl und Bearbeitungsweise seiner Materialien noch verstärkt wurde.

Aktuell hat er nun auch String-Theorie in sein Netz eingebaut und der White Cube in Bermondsey, London, hat für diese Serie von aktuellen Arbeiten eine hervorragende Bühne abgegeben.

Neben diesen Dingen gab es noch etwas, was mich wieder beeindruckte: Seine Art, plastische Elemente und die Malerei einzubinden (z.B. verbranntes Holz, Äste, Bücher und Kabel) oder durch Schaben Negativformen in der Fläche zu erzeugen funktionierte absolut überzeugend. Oft begegnet dies dem Besucher in Werken, wo es nur billig und dekorativ wirkt, aber hier unterstützt es überzeugend die Wirkung, die Gänsehaut des Betrachters.

German artist Anselm Kiefer has always been one for large, impressive projects. Their atmosphere has conveyed rather dark, oppressive feelings. His relationship with nordic sagas, German history  and alchemist approaches (by the way an interesting parallel to Sigmar Polke) in addition to his use of material charged his artwork with loads and loads of references and meanings.

Now he has added string theory to it and the White Cube in Bermondsey, London, provided an impressive stage for this block  of recent works.

Besides these aspects there was another point that  impressed me once more: I found his way of integrating sculptural elements like burnt logs, branches, books and cables into his work or working with scratches as negative forms in the surface of his works remarkable and convincing. With lots of other works this strategy easily looks cheap and more like chic design. Here it gives you once more the creeps.

Anselm Kiefer, Detail: verbrannte Äste – Burnt Branches

 

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Anselm Kiefer

Anselm Kiefer, Detail

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Anselm Kiefer, White Cube Bermondsey, London 2019

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Anselm Kiefer

Anselm Kiefer, Detail

 

 

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JETZT! – Junge Malerei in Bonn / Young Painting Kunstmuseum Bonn

Kunstmuseum Bonn 2019

Ein Besuch im Kunstmuseum Bonn mit seiner Ausstellung „JETZT!“ stellte sich als sehr anregend heraus. Viele frisch wirkende Arbeiten von jungen Künstlern gabe es zu sehen und die Ausstellung war ihren Titel wert.

Sollte ich etwas über Künstlerinnen sagen? Es sollte inzwischen normal sein, dass sie in etwas gleicher Zahl vertreten sind wie ihre männlichen Artgenossen. Daher habe ich das nicht besonders nachgeprüft, sondern war einfach begeistert von der großen Zahl an tollen Arbeiten. Vielleicht mal nachsehen:

Mona Ardeleanu, Israel Aten, Paula Baader, Lydia Balke, Cornelia Baltes, Jagoda Bednarsky, Viola Bittl, Peppi Bottrop, Andreas Breunig, Paul Czerlitzki, Benjamin Dittrich, Jens Einhorn, Jenny Forster, Pius Fox, Max Frintrop, Sabrina Fritsch, Ina Gerken, Fabian Ginsberg, Gregor Gleiwitz, Lukas Glinkowski, Sebastian Gögel, Henriette Grahnert, Dana Greiner, Vivian Greven, Toulu Hassani, Sabrina Haunsperg, Franziska Holstein, Aneta Kajzer, Sumi Kim, Maximilian Kirmse, Li-Wen Kuo, David Lehmann, Benedikt Leonhardt, Florian Meisenberg, Monika Michalko, Hannes Michanek, Simon Modersohn, Bastian Muhr, Anna Nero, Moritz Neuhoff, Vera Palme, Alexander Pröpster, Franziska Reinbothe, Daniel Rossi, Markus Saile, Moritz Schleime, Jana Schröder, Daniel Schubert, Kristina Schuldt, Alicia Viebrock, Stefan Vogel, Jonas Weichsel, Tristan Wilczek.

A visit to Kunstmuseum Bonn with the show „Jetzt!“ (=NOW) has turned out very inspiring. Lots of fresh works made by young artists were on show and the exhibition was worth its title.

Should I mention female artists? It should be perfectly normal that they are presented in roughly equal numbers compared to male artists and so I did not really check all single names but was simply amazed by a lot of work I was happy to see. Please check out:

Mona Ardeleanu, Israel Aten, Paula Baader, Lydia Balke, Cornelia Baltes, Jagoda Bednarsky, Viola Bittl, Peppi Bottrop, Andreas Breunig, Paul Czerlitzki, Benjamin Dittrich, Jens Einhorn, Jenny Forster, Pius Fox, Max Frintrop, Sabrina Fritsch, Ina Gerken, Fabian Ginsberg, Gregor Gleiwitz, Lukas Glinkowski, Sebastian Gögel, Henriette Grahnert, Dana Greiner, Vivian Greven, Toulu Hassani, Sabrina Haunsperg, Franziska Holstein, Aneta Kajzer, Sumi Kim, Maximilian Kirmse, Li-Wen Kuo, David Lehmann, Benedikt Leonhardt, Florian Meisenberg, Monika Michalko, Hannes Michanek, Simon Modersohn, Bastian Muhr, Anna Nero, Moritz Neuhoff, Vera Palme, Alexander Pröpster, Franziska Reinbothe, Daniel Rossi, Markus Saile, Moritz Schleime, Jana Schröder, Daniel Schubert, Kristina Schuldt, Alicia Viebrock, Stefan Vogel, Jonas Weichsel, Tristan Wilczek.

Natürlich gibt es persönliche Favoriten und das hat meistens etwas damit zu tun, an welchen Themen ich gerade selbst arbeite. Wie es so kommt, haben mich die Arbeiten von Markus Saile sehr beschäftigt.

Sicher habe ich auf die Schnelle nicht alles so richtig und differenziert verstanden, aber in der unten abgebildeten Arbeit zeigte sich für mich ein Thema, das für mich aktuell immer klarer wird: Was macht der Pinselstrich?

Of course there are some personal favourites and more often than not this depends on the topics I am working on myself. As it happens I was simply struck by the work of Markus Saile.

Certainly I did not get everything right and not too deep into it (I am afraid), but in the work you find below I found the topic on which I am actually focussing on: What is a brushstroke?

Markus Saile – ohne Titel, 2019

 

Die Antwort scheint erst einmal recht offensichtlich und wenn man jemanden fragt, bekommt man vielleicht Anworten wie „irgendeine Farbe auf Leinwand vergeschmiert“ oder ein humorvolles „Keine Ahnung, aber ich würde ihn wiedererkennen, wenn ich ihn sehe.“

Aber hinter der Frage steckt mehr, als man im ersten Moment meint. In der klassichen Malerei investierten die Künstler einen großen Teil ihrer Fähigkeiten in Wege zu beschreiben, was das Auge sah, hochkarätige Illusionen zu erzeugen, die vom Auge und besonders dem Denken des Betrachters Besitz ergreifen sollte. Der Pinselstrich war der bescheidene Diener, am liebsten unsichtbar. Rembrandt war eine frühe Ausnahme davon.

The answer seems pretty obvious and if you ask anybody you will probably get some answer like „some paint smeared on canvas“ or some funny  „Dunnno, but I can tell one if I see it“.

But there is more to the question. In classical painting the artists invested lots of their competence in ways to describe what the eye saw, to create high quality illusion th cath the eye and especially the mind of the viewer. The brushstroke was the humble servant, best never seen. Rembrandt was pehaps an early exception to this.

Markus Saile

Markus Saile – ohne Titel, 2019

Bei Markus Sailes ausgestellten Arbeiten faszinierte mich der Aspekt, dass der Pinselstrich die eigentliche Botschaft zu sein scheint. Besonders bei der oben abgebildeten Arbeit mit der großen weiße Fläche als Umfeld bekommt er ein Eigenleben, indem er Form, Bewegung, Plastisches, Räuiumliches entstehen lässt. Man hat auch nicht den Eindruck, dass ein wirkmächtiger Künstler etwas über sein Innerstes preisgibt ode seine Befindlichkeiten inszeniert.

In the work exhibited by Markus Sailes I was fascinated by the aspect that the brushstroke seems to be the actual message. Especially in the work shown above with the large white surroundings it gets a life of its own. It is creating form, movement, volume, spatial context. One does not have the impression that a powerful artist exhibits something about his inner self or needs to share his inner state.

Markus Saile – ohne Titel, 2019

Markus Saile – ohne Titel, 2016

So fand ich es spannend, hier auf Elemente zu treffen, die mich in den vergangen Jahren in ähnlicher Weise beschäftigt haben.Vielleicht liegt etwas in der Luft 😉 in meinem letzten Blogbeitrag kann man noch etwas mehr über den aktuellen Stand erfahren.

So I found it exciting to come here and encounter elements similar to have dealt with in the past few years . Perhaps something there is something in the air 😉 Visiting my last blog entry you might find some more results on this topic.

Brush strokes

Sketches, 2017

Sketches, 2019

 

Brushstroke, ornage paint on blue background

#1033 Orange vor Blau, montiert / Orange on blue background.

Blumen – Flowers

Honeysuckle

#799, Nasturium, iPad Drawing/Digital Print

 Blumen

Sind sie nicht nett? Jeder liebt Blumen und sie haben immer eine wichtige Rolle in unserer Kultur gespielt. Griechische und römische Künstler konnten sie wunderbar malen und Künstler des Mittelalters verwendeten sie, um ihrer Arbeit komplexe und manchmal verborgene Bedeutungen hinzuzufügen.

Flowers

Aren‘t they nice? About everybody loves flowers and they have always played an important role in our culture. Greek and Roman artists knew how to paint them and artists in the Middle Ages used them to add complex and sometimes hidden meanings to their work.

#1066, Garden Scene VI, Acrylic/Paper,

Im 17. Jahrhundert erreichten die Künstler des „Goldenen Zeitalters der Malerei“ mit ihren Trompe L’Oeil-Gemälden ein Qualitätsniveau, das ihre Nachfolger zur Verzweiflung trieb: Wie kann man Fortschritte erzielen, wenn keine nennenswerte Qualität an Illusion hinzukommt? Hier war kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Wir wissen, wie die Kunstgeschichte weiterging: Fotografie, Impressionismus, Surrealismus, Kubismus und Abstraktion sind Entwicklungen, die im Licht der Erfolge, die im 17. Jahrhundert erzielt worden waren, einen Teil ihrer Logik und Bedeutung erhalten.

Auf jeden Fall haben die Menschen nicht aufgehört, Blumenbilder zu lieben. Filigrane Strukturen und wunderbare Farbnuancen sind immer wieder faszinierend. So zeigt denn auch ein kurzer Blick auf Ihre Umgebung oder auch das Internet, wie zahlreich und vielfältig uns das Motiv umgibt. Auch der Online-Kunstmarkt besteht so zu einem bemerkenswerten Teil aus Blumendarstellungen in Form von Malerei, Fotos, Zeichnungen, wie auch immer.

Auch wenn das Motiv offenbar gar nicht sehr originell ist, haben Blumen auch in der künstlerischen Avantgarde der Moderne immer wieder eine Rolle gespielt: Matisse hatte sich auf Linien, Formen und Komposition konzentriert und Picasso fügte seine Sicht auf dieses Thema hinzu. Georgia O’Keeffe sollte nicht vergessen werden. Andy Warhol und Claes Oldenburg zögerten nicht, dies für ihre künstlerischen Ziele zu nutzen.

Mich haben immer die Mechanismen interessiert, die dafür sorgen, dass wir uns ständig im Leben aus Teilinformationen „ein Bild machen“.

Die „Kapuzinerkresse“ oben ist ein schönes Bildbeispiel mit klaren Formen. Aber die Darstellung ist teils nur skizzenhaft und man kann nicht wirklich sagen, was der Hintergrund bedeutet.
Auch die iPad-Zeichnungen der weißen und der roten Blume weisen Elemente auf, die gegenständlich scheinen, aber nicht identifizierbar sind. Wir stellen fest: Unser Gehirn ist tolerant und nicht alle Informationen sind gleichwertig. Wir können offene Fragen ausblenden und uns auf die Wahrheiten konzentrieren, die uns wichtig erscheinen, wie im übrigen Leben auch.

In the 17th century, the „Golden Age of Painting“ artists reached a level of quality with their trompe l’oeuil paintings that drove their successors to despair: How to make progress when there was no notable quality of illusion to add? There was no price left to be won here.

We know how art history went on: Photography, Impressionism, Surrealism, Cubism and Abstraction are developments which get part of their logic and importance when seen in the light of the success that had been made in the 17th century.

In any case, people have not stopped loving flower pictures. Filigree structures and wonderful colour shades are always fascinating. So a quick glance at your surroundings or even the internet shows how numerously and varied the motif surrounds us. The online art market also shows a remarkable part of flower representations in the form of paintings, photos, prints, whatever.

Although the motif is apparently not very original, flowers have also played a role in the artistic avant-garde of modern art: Matisse had focused on lines, forms and composition and Picasso added his view on this subject. Georgia O’Keeffe should not be forgotten. Andy Warhol and Claes Oldenburg did not hesitate to use this topic for their artistic purposes.

I have always been interested in the mechanisms that make us constantly „figure out“ the meaning of partial information in our lives.

The „nasturtium“ here is a nice piece of artwork with clear shapes. But the presentation is partly sketchy and you can not really say what the background means. Also the iPad drawings of the white and the red flower have elements that seem descriptive, but not all are identifiable. We note: Our brain is tolerant and not all information is equivalent. We can hide open questions and focus on the truths that seem important to us, as we do in the rest of our lives.

Red Flowers, iPad Drawing/Digital Print

White Flowers, iPad Drawing/Digital Print

Künstlerisch interessieren mich dabei auch Fragen der Komposition, z.B. ob ein „Streifen“ visuell langweilig ist und wie die Beziehungen der Teile untereinander durch den Rhythmus der Teilungen beeinflusst werden.

Dabei haben uns die Impressionisten gelehrt, wie lockere Flecken Objekte, Licht und andere Aspekte der Wirklichkeit andeuten können. In den Acrylbildern oben undunten sehen wir verschieden Varianten zu diesem Motivbereich.

Artistically, I am also interested in questions of composition, e.g. whether a „panel“ is visually boring and how the relationships between the parts are influenced by the rhythm of the divisions.

The Impressionists marvellously taught us how loose patches can suggest objects, light, and other aspects of reality. In my acrylic paintings below and abovewe see different variants to this motif group.

#758, Embankment, Acrylic/Paper

#1065, Garden Scenen V, Acrylic/Paper

van Gogh hat uns verdeutlich, dass auch ohne die klassische Umsetzung von Beleuchtung (Barock, Impressionismus) durch die Farbe an sich Licht, Wärme und Wetter vermittelt werden können. Auch der unterschiedliche Abstraktionsgrad in den Formen und ihre Anordnung war hier ein Experimentierfeld. Die Bilde spielen mit den Vorstellungen von oben und unten, von vorn und hinten. Das Bild mit den Zahlreichen Rottönen geht hier sicherlich am weitersten.

van Gogh has made it clear that even without the classic rules of lighting (as seen in Baroque, Impressionism), light, heat and weather can be conveyed by colour itself. The different degree of abstraction in the forms and their arrangement was also an experimental field of mine here. The pictures play with the concepts of above and below, of the front and the backgroud oft he painting. The picture with the many shades of red is certainly the one going furthest here.

#674, Acyrylic/Paper

 

Zu den Künstlern, deren Werke ich immer faszinieren fand, gehört der in London lebende #Slinkachu (z.B. auf Instagram zahlreich zu finden).Seine Methode, mit unserer Wahrnehmung zu spielen, hat mich zu den Fotos hier inspiriert. Die Natur bietet uns Entspannung und Erholung, eine Alternative zur oft grau betonierten Alltagswelt, aber sie setzt uns auch Grenzen und Herausforderungen. Wir sollten es genießen.

Among the artists whose works I’ve always found fascinating is the #Slinkachu based in London (for example, numerous on Instagram).

His method of playing with our perception has inspired me to the photos here. Nature offers relaxation and recreation, an alternative to the often gray concrete everyday world, but it also sets limits and challenges for us. We should enjoy it.

 

People (hommage to #Slinkachu)

People (hommage to #Slinkachu)

 

Malen – Painting

Gedanken zum Malen – Thoughts While Painting

 

 Was macht ein Maler oder eine Malerin? Er bzw. sie malt, Oder: Sie tragen Farbe auf ein Fläche auf. Das kann so für sich schon etwas sehr Schönes sein, nicht „etwas“ zu malen sondern einfach zu schauen, was die Farbe tut. Sie entwickelt Form, Tone, Schattierungen und so weiter. Der Pinselstrich definiert etwas. Aber er definiert auch das, was er nicht ist, nämlich die Umgebung um ihn herum.

What does a painter do? He or she paints. Or: He applies paint to a surface. This can be quite enjoyable in itself. No painting „something“ but just watching what the paint does, how it develops form, tone, tints and shades. The brushstroke is something that defines. And it defines things outside ist own existence, namely the not yet designed area around itself.

 

Brush Stroke

Pinselstriche auf einem Skizzenkarton – Sketching brushstrokes on cardboard, 2018

 

Brush strokes

Pinselstriche auf einem Skizzenkarton – Sketching brushstrokes on cardboard

 

Für mich „machte“ der Pinselstrich etwas. Er war Bewegungsspur, von etwas, was stattgefunden hatte, hervorgerufen von einem menschlichen Wesen, das den Pinsel gehalten hatte, meistens jedenfalls.

Aber die Pinselspur hatte noch etwas Magisches, was ich nicht recht greifen konnte. Zum Beispiel entwickelte sich oft eine gewisse Vorstellung von Raum dabei, obwohl ich es nicht auf traditionelle Perspektivregeln zurückführen konnte.

To me moving the brush on the surface „did“ something. It was the trace of a movement, something that had happened in a certain moment, done by some human holding the brush, reasonably.

But the traces somed to have some additional magic I could not quite catch. For example it often suggested some kind of space around it although I could not pin it down to traditional rules of perspective.

 

Serie Gegengewichte / Series Counterbalance

Serie Gegengewichte / Series Counterbalance

 

 

 

 

Eher zufällig stieß ich auf den Begriff Gegengewicht. Ich wurde neugierig und so fand ich mich in Experimenten wieder, die sich mit einer Art Motiv beschäftigten, was ich normalerweise eher selten mache. Meine Themen entwickeln sich aus dem Arbeitsprozess und stehen eher nicht an seinem Anfang. Aber der Weg stellte sich als produktiv heraus.

By chance I came across the term counterbalance, got curious and so found myself experimenting with a sort of topic, something I rarely do. My topics develop out of the process but usually do not make up the starting point of it. But this time it turned out to be productive.

 

Serie Gegengewichte / Series Counterbalance

 

Brushstroke

Serie Gegengewichte / Series Counterbalance

 

Da ich nicht auf einen abbildenden Arbeitsprozess hinaus wollte kam ich auf die Erfahrung zurück, dass ein einfacher Pinselstrich den visuellen Charakter von einem Ding haben konnte.

 No wanting to return to a depicting strategy I came back to my experience that a simple brushstroke could develop the visual quality of a thing on the canvas or paper.

 

Brushstroke, ornage paint on blue background

#1033 Orange vor Blau, montiert / #1033 Orange on blue Background, acrylic on Wood, 60 x 250 cm, 2018

 

 

 

 

 

 So entwickelte sich eine neue Bildserie, in der ich dem Gedanken nachging, wie man diese Ansätze zum Kern eine Gestaltung machen konnte. Nun bin ich neugierig, wohin mich die Reise führen wird.

So a new series of paintings developed where I followed this train of thought and now I a curious to see where this journey will lead me to.

 

Neue Lese II.

 

#1108 Landscape, iPad print

#1108 Landschaft / Landscape, iPad print

2019 Elementarlandschaft / Elementary Drawing, Bad Berleburg 2019

Dies hatte mit meinen großformatigen Zeichnungen zu tun, die ich kürzlich entwickelt hatte und die ich hier erstmalig zeige.

Beim Malen machte mir die Bewegung von Form und Farbe in der Fläche Freude. Die Frage, ob etwas ähnliches auch reduziert auf Linien möglich ist, beantwortete sich in den großen Zeichnungen. Sie waren groß genug, um beim Arbeiten ein Körpergefühl anzubringen, das sich in den Zeichenspuren wiederfand. Die Ergebnisse waren abstrakt genug, um nur als Linien gesehen zu werden, aber auch einladen für unser Gehirn, um zu Deutungen einzuladen.

 It had a lot to do with my recent large scale drawings which are shown for the first time in this exhibition.

When painting I had enjoyed the movement of form and colour developing on the surface. The question, if there was a similar possibility when working only with lines was answered in these drawings. They were large enough to have this correspondence between bodily experience and the marks leaving traces on the canvas. They were abstract enough to be read as lines only and still inviting for interpretation by our minds.

#1110 Landscape, Digital Drawing and Canvas, Bad Berleburg 2019

#1110 Landscape, Digital Drawing and Canvas, Bad Berleburg 2019

 

 Als ich begann, meine iPad-Zeichnungen zu entwickeln, hatte ich ähnliche Gefühle, wenn auch in einer viel kleineren Dimension. Trotzdem tanzten meine Finder auf der Glasfläche und hinterließen ihre Spuren in Farben, die ich differenziert und Fein gestuft wählen konnte.

Dies wären die Farbentscheidungen, die mir als Maler wichtig waren und es war nicht die billig wirkende Software, die versuchte dicke Ölfarbe zu imitieren, was ich immer eine visuelle  Zumutung fand. Hier sahen die Farben nach Computer aus, sauber und flach, und gaben nicht vor, etwas anderes zu sein. Das Künstliche wurde aufgewogen von dem Eindruck der Linien, von Licht und Raumtiefe, die sich durch die Komposition ergab.

Das ist ist es eigentlich, was ich tue: Ich hinterlasse Spuren auf einer Oberfläche die in unseren Köpfen arbeiten, wenn wir ein Kunstwerk betrachten

 When I began developing my iPad drawings I had experienced similar feelings, though in a much smaller dimension. Anyway my fingers were dancing on the glass surface and leaving traces of colour which I was able to chose in an adequate and subtle way.

Here I got the color decisions I liked as a painter but not the cheep looking oil paint traces other programs provided and which had made me feel awful. Here things look like computer colour, not imitating something else but clean and flat, the artificial touch balanced by the movement of lines and the light and depth developed by the composition.

Basically this is what I am doing: leaving traces on a surface which work in the mind when we are looking at artwork.

 

 

 


 iPad Zeichnung: Gitter III.

iPad Drawing Grid No 3

 

Neue Lese I.

 In der Galerie der Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg haben aktuell über 40 meiner größeren Werke einen guten Ort gefunden. Mit dem wunderbaren Licht in den hellen und offenen Räumen kommen die Farben gut zur Geltung.

Die unterschiedlichen Blickwinkel und Entfernungen, die die Betrachter beim Rundgang einnehmen, lassen  ihn oder sie erfahren, wie unterschiedlich das gleiche Kunstwerk wirken kann.

The gallery of Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg has become temporal home now for about 40 of my larger works. I have been very much looking forward to it: It has a lot of space so I could give an overview over the artwork which has developed roughly over the past three years.

The different perspectives and distances that the visitor can take on the tour let him or her experience how different the same work of art can look.

 

Der Eindruck von Bewegung und den frischen und lebhaften Farben ist charakteristisch für diese künstlerische Arbeit. Das Volumen der Leinwand trägt zu der Wirkung bei, dass das Bild „ein Fenster in die Wand öffnet“, ein eigentlich recht klassischer Effekt, aber gleichzeitig und deutlich ein dreidimensionales Objekt direkt vor den Betrachter ist, vergleichbar mit einer bemalten Skulptur.  –  The impression of movement and fresh and lively colours characterize this piece of artwork. The volume of the canvas contributes to the effect, that the painting „opens a window“ into the wall (which is a rather traditional way) but at the same time it states that it is a 3-dimensional object on front of the visitor, comparable to a painted sculpture.

Hell und klar ist der Eindruck, den dieses Kunstwerk hinterlässt. Der eingebundene weiße Hintergrund, die hellen Farben und die feine Struktur lässt das Werk lebendig, aber gleichzeitig ruhig wirken.  –  Light and bright ist the look of the artwork, the use of the white background, the bright colors and the rather detailed structure give a lively, but  yet quite impression. 

Das Blau und das Grün bilden eine Struktur, die das Auge über die Bildfläche leitet. Sie laden ein, im Bildraum spazieren zu gehen, bis im nächsten Moment die flächige Struktur die Wahrnehmung dominiert. Die Balance zwischen diesen beiden Arten, ein Kunstwerk zu „lesen“, ist ein zentraler Punkt meiner aktuellen Arbeiten geworden.  –  The blues and greens form a pattern leading the eye across the panels. It offers the invitation to wander into the depth of a landscape but in the next moment the idea of form and structure dominates the perception. Balancing between these two sorts of „reading an painting“ has become a central element of my work.

 Bei meinen jüngeren Arbeiten hatte ich oft die Vorstellung von klassischen Wasserfarben im Hinterkopf. Ihre Helligkeit und die Art, wie ein Künstler das Weiß des Papiers einbeziehen kann, hatte mich schon immer fasziniert.

Acrylfarbe bietet hier neue Möglichkeiten: Sie lässt sich so stark verdünnen, dass man es kaum von Wasserfarben unterscheiden kann. Dabei behält sie aber ihre Stabilität und ist weniger empfindlich gegenüber Sonnenlicht, Berührung oder natürlich Feuchtigkeit.

In my recent works I often had the lightness of watercolor paintings in my mind. Their lightness and the way artists work with the white of the paper has always fascinated me.

Acrylic paint offers new ways as it can be deluted so much that you can hardly distinguish it from watercolour but it still keeps the quality of acrylic and is less sensitive to sunlight, touch or dampness, of course.

Acryltafel als Träger der 10 x 40 x 5 cm starken Holzelemente haben sich besonders bewährt. Die sorgen für eine präzise Hängung auch an „schwierigen Orten“  –   Acrylic plates 60 x 65 cm with works on wood (1 x 40 x 5 cm each); mind the volume of the panels and their sculptural dimension

Die Leinwände von 50 x 20 x 5 cm Größe wirken auf den Acryltafeln sehr klar und heben die Arbeit auch von einer belebten Umgebung so ab, das ein „Raum für sich“ entsteht  –   With 70 x 100 cm plates I used canvas of 50 x 20 x 4 cm; their small format can be mounted precisely and keeps this clean look even if mounted in a semi public area 

 

 

Teich - Pond

Wasser – Water (II)

wasserartig, 5-teiliges Objekt im Kunstverein Nümbrecht

#865, wasserartig (hier im KV Nümbrecht 2016)

Noch einmal: Wasser

In der Wendener Hütte, einem renommierten Industriemuseum, gibt es eine schöne Ausstellung mit dem Titel wasserähnlich (deutsch: wasserARTig), die mit der Bedeutung von kunstvoll spielt. Eines meiner Exponate ist die Arbeit „Like Water“, bestehend aus fünf mit Acryl bemalten Holzelementen von 15 x 60 x 5 cm. Die Gesamtgröße beträgt 60 x 315 cm.

Die Ausstellung warf für mich die Frage auf, welche Rolle das Thema Wasser in meiner Arbeit bisher gespielt hat. Schließlich ist es wichtig für den Menschen: Unser Körper enthält viel Wasser, wir benötigen Wasser dringend zum Leben und es ist weltweit eine Ressource, um die zunehmend gestritten wird. Mangel und Verschmutzung drohen als Gefahren.

Die fünfteilige Arbeit ganz oben sollte nicht einen tatsächlichen Eindruck davon vermitteln, wie Wasser aussieht. Ausgangspunkt des Schaffensprozesses war (wie so oft) eine Reihe von Farben, die mich angesprochen haben, die grünen Türkis- und Rotbrauntöne und dann die Bewegung des Pinsels über die Elemente, die die Teile miteinander verbinden. Der Prozess verlief fließend und die Farbspuren berichteten darüber. Insofern hatte es eine gewisse Qualität von fließendem Wasser, das die Wasserpflanzen unter die Oberfläche bewegte. So kam mir dieser Titel in den Sinn, obwohl ich meine Arbeiten nummeriert habe. Ich mag die Suche nach Titeln nicht und bevorzuge die Offenheit der Bedeutungen. Trotzdem ist es schön, etwas Schönes und Charakteristisches aus de Naturerfahrung mit ins Bild hinein nehmen zu können, es so zu filtern und zu verdichten.

Wasser als Sujet bei den Arbeiten Bucht II und Bucht I, in der Mitte die Arbeit Cityscape

Dortmund, BIG Gallery 2019: Bucht II, Cityscape und Bucht I, Acryl/Leinwand

 

Etwas anders sind Bucht I und II gestaltet, die aktuell in der Galerie der Sparkasse Bad Berleburg ausgestellt sind. Im Unterschied zu den eher geschlossenen Farboberflächen, die wir hier in „like water“ sehen, ist viel Weiß ein wesentlicher Bestandteil der Malerei.

Die Arbeit erinnert an Aquarellbilder (sic!), in denen Künstler seit dem 19. Jahrhundert das Weiß des Papiers verwenden, um Farben aufzuhellen, anstatt das traditionelle Chinesische Weiß zu verwenden, wodurch die Farben aber kreidiger werden. Das Ziel meiner Bilder war es, auch in den unteren Bereichen der Bilder die Blautöne aufzunehmen, die leicht mit dem Himmel in Verbindung zu bringen sind, um Himmel und Erde im Gleichgewicht zu halten. Auch hier verbinden sich formal-gestalterische Fragen der Malerei nach Figur und Grund, Unten und Oben mit Erfahrungen und Eindrücken aus der Natur. Diese entspricht durchaus klassischen Motiven der Landschaftsmalerei, die jedoch durch ihre Umsetzung den schnellen Blick auf scheinbar Vertrautes bremst.

 

Wasser? Das Blau zwischen den Formen könnte die Himmelsspiegelung in einer Pfütze sein.

Pfütze I, Acryl/Leinwand, montiert – Puddle I, Acrylic/Canvas, mounted

 

Die Pfütze rückt ein Bildmotiv in den Blick, das nicht gerade typische für übliche Auffassungen von Landschaftsmalerei steht. Eher unbeachtet oder sogar lästig entfaltet sie hier ein Potenzial für eine spannende Farbkomposition und eine Einladung, Räume und Bewegungen zu entdecken. Das Bild hebt die Trennungslinie von Himmel und Erde aufund die Inhalte, vielleicht ein Eindruck nach einem starken Regen, entsteht auf einer assoziativen Ebene.

 

Waser, Wind und Wellen - die Assoziation hat unser Gehrin nach ein paar Pinselstrichen schnell angeboten.

Strand, Acryl/Papier – Beach, Acrylic/Paper

 

Ein noch anderes malerisches Vorgehen zeigt sich in diesem Beispiel: Die drei Bildfelder sind schwach blau grundiert, eine Technik der Untermalung, wie sie in de Barockmalerei Standard war. Die frei und pastos darauf gesetzten Farbbewegungen halten die Wahrnehmung in der Schwebe: Ist das Blau geschilderter Gegenstand, etwa Wasser und Himmel, oder lediglich Grundierung, vor der frei schwebende Farbflächen ihre gestalterischen Möglichkeiten zeigen?

Wasser und Meer als überlegte Themen haben sich in meiner Arbeit über die Jahre sehr verbreitet. Ich kann der Atmosphäre nicht entkommen, die immer eingeschlossen ist, der Entspannung, der Sehnsucht, den Naturkräften in ihren verschiedenen Erscheinungsformen.

 

Water

At Wendener Hütte, a renowned industrial museum, there is nice exhibtion called water-like (German: wasserARTig) playing with the meaning of artful). One of my exhibits is the work „Like Water“, consisting of five wooden elements of 15 x 60 x 5 cm painted with acrylic. Complete size is 60 x 315 cm.

The show triggered my question how far the topic of water has played a role in my work.

This five part work was not intended to give an actual view of how water looks like. Starting point oft he creative process was (as most times) a set of colours which appealed to me, the green turquoise and reddish brown tones and then the movement oft he brush across the elements joining the pieces together. The process had something of a flow and the traces of colour told about it. In so far it had some quality of flowing water moving the water plants under the surface. So this title came to my mind in spite oft he fact that I have turned to numbering my work. I do not like the search for titles and prefer the openness of meanings.

A bit different are Buchgt I and II, at the moment on display at the gallery of Sparkasse Bad Berleburg. Different to the rather closed surface of paint we see in „like water“ here a lot of white makes up a vital part of the paintings. The work reminds of watercolour paintings (sic!) where since the 19th century artists have included the white of paper to brighten up colours instead of the use of Chinese White, which makes colours more chalky. The aim of these paintings was to include the blue tones easily associated with sky in the lower areas oft he paintings, too, so as to keep up und down, sky and earth in a balance.

My puddles have had a similar aim: to abolish the demarkation beween earth and sky, in effect probably reminding of puddles left on the earth after a heavy rain, once perhaps a summer rain, the other perhaps more looking like autumn.

Water and the seaside as deliberate topics have really accourred in my work over the years. I cannot escape the atmosphere that is always included, relaxation, longing, the forces of nature in its various manifestations.

wasserARTig – like water

#865 wasserartig, hier im KV Nümbrecht 2016, Acryl auf Holz / Acrylic on wood

wasserARTIG

Ein Bezirk des BBK (Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler) hat eine Auswahl an Künstlern und Werken für eine Ausstellung im Industriemuseum Wendener Hütte zusammengestellt. Die Szenerie ist wunderschön und über die Atmosphäre der gut erhaltenen Hüttenanlage hinaus lieben die Besucher auch  den Gang um den angelegten Teich, der zur Wasserversorgung von Öfen und Hammerwerken angelegt worden ist.

Das Wasser ist auch Thema der Ausstellung und ich freue mich, dass u.a. meine Arbeit „Wie Wasser“ hier einen guten Ort gefunden hat. Sie ist typisch für Dinge, die mich in den letzten Jahren beschäftigt haben, für Entdeckungen, die Anfang und Ergebnis gleicherweise sind.

Zuerst einmal besteht es aus fünf Tafeln, die in deutlicher Distanz zueinander positioniert sind. Genau genommen ist es sogar exakt die Höhe der Elemente, so dass eine formale Beziehung entsteht. Zum zweiten findet sich das Element der Dynamik, die das Auge des Betrachters auf eine Reise schickt. Sie bindet die Tafeln trotz ihrer Abstände  zusammen zu einem Ganzen und beschäftigt das Auge für eine ganze Weile: Das Ganze ist nicht zu schwer, um es zu akzeptieren, aber man erreicht nicht so leicht den Punkt, an dem man meint, alles gesehen zu haben und wolle nun weiter zum nächsten interessanten Objekt gehen.

 

Farben und Formen haben sich aus spontanen Entscheidungen ergeben, wahrscheinlich davon beeinflusst, dass ich einen andersartigen Ansatz haben wollte, als bei den Gemälden, die davor entstanden waren.

 

 

 

 


Normalerweise setzte ich an diesem Punkt in meiner Malerei einige großflächige Farben und Strukturen, um einen Anfang zu haben, der eine anregenden Richtungsangabe für die Weiterarbeit liefert. Ich vergleiche den Prozess immer mit einem Trichter, der anfangs noch weit offen ist und sich dann immer weiter verengt, bis die Entscheidungen des Künstlers meist ganz sorgfältig und überlegt sein müssen, um die Arbeit zu einen guten Ergebnis zu führen. Hier hatte die Zusammenstellung von Blaugrün ergänzt mit Blau und Rotbraun für mich eine Assoziation von Wasserpflanzen ausgelöst, aber ohne , dass man eine genaue Vorstellung von einzelnen Objekten und Details hätte. Es blieb bei einem suggestiven Gesamteindruck, was der Sinnsuche des Besuchers zwar Anregungen, nicht aber die Festlegung liefern sollte.

In den zusätzlichen Detailaufnahmen sieht man, dass die Bildtafeln eigentlich hölzerne Quader darstellen, nicht nur einfach Leinwände. Ich mag die Vorstellung, dass die Malerei einen Raum für den Betrachter öffnet, in den er schaut. Aber hier entsteht gleichzeitig die unmissverständliche Aussage, dass es sich bei dem Werk um ein plastisches Objekt vor der Wand handelt. Bin ich mit meiner Seherfahrung nun vor der Wand oder hinter der Wand? Der Schwebezustand ist gut. Noch besser wird es, wenn man sich die Dimensionen bewusst macht. Die Arbeit ist über 3m breit und das hat Folgen für das Sehen: Man kommt gerne näher, will man doch gerne die Details sehen, tritt dann zurück, weil man den Gesamteindruck erfassen möchte. Der unterscheidet sich außerdem, je nachdem, ob man von links, von rechts oder frontal schaut. Es gibt also viel zu sehen und das Werk bringt den Betrachter buchstäblich in Bewegung.


Like Water 

A branch of the BBK (a corporation of German artists) has put up a selection of artists being represented with an exhibition at the industrial Museum Wendener Hütte. The setting is beautiful and besides the atmosphere of the well kept buildings people love walking around the impressive Pond. It has originally been built for the supply of water needed for the ovens and hammer mills.

Water is as well the topic of this exhibtion and I am glad I could provide my work „Like Water“ here which has found a perfect place in the context of this exhibtion. The work ist typical for elements of my work which have come up over the last years, which have marked the beginnings and the results of my work at the same time.

First it consists of five panels which are set at a remarkable distance, actually the hight of the elements so there is a formal relationship. Second there ist the elements of movement, of a dynamic language sending the eye on a journey. It links the Panels together despite their distance and keeps eye and mind busy for a while: It is not too difficult to accept but not so easy to reach the point where you think you have seen everything and might move on the the next inetresting thing in your life.

Colours and forms have been spontaneous decisions, probably influenced by the impulse of using a different starting point than with the paintings I had recently finished. So the usual way for me ist at this point to leave some marks of paint large enough to have a sort of main structure which might give a direction for the decisions to follow. I always like it to a funnel being wide open at the beginning of the process and that narrowing down to points where decisions have to be made rather carefully until the work is finished. Here you can see some early stages where colours need some further look. In this case the turquoise green and some complementing blues end reddish browns added up to an impression of moving water plants. But it stayed on the level of an open association not a description limiting the meaning of the work.

In the photos giving details of the panels you will notice that the painting ist done actually on wooden boxes, not the usual canvasses. I like the idea, that a painting might look like a window opening into the fictional world of a painting. But here we have at the same time an unmistakable signal, that we are looking at a threedimensional object which is mounted on the wall. Again the interpreting mind is kept in balance of two meanings.

Moreover I have chosen to paint the sides of the boxes as well. I have been doing this for some years now and if there is enough space on the top, bottom and side surfaces it might remind us of looking into a sort of aquarium with lots of forms and colours inside. Given the size of the painting, it is 10.5 ft. wide and 2 ft. high, it it keeps the visitor moving wherever I show it: People come closer looking as the work offers lots of Detail. They step back to see more of it at once which is not easy.  And then they find out that it lookes different depending on if you are looking from the right, from the left or if you go for a front view. You see there is a lot on offer!